Warnung der FTC US-Aufseher fordern deutliche Kennzeichnung von Online-Werbung

Lassen sich bezahlte Anzeigen von normalen Einträgen in Suchmaschinen unterscheiden? Die US-Aufsichtsbehörde FTC hat Mängel festgestellt und fordert nun Google und andere Webfirmen auf, Werbung besser zu kennzeichnen.
Mobile Google-Seite: FTC gibt neue Empfehlungen für Werbe-Kennzeichnung

Mobile Google-Seite: FTC gibt neue Empfehlungen für Werbe-Kennzeichnung

Foto: BRENDAN MCDERMID/ REUTERS

Washington - Google, Microsoft, Yahoo und 21 weitere Webfirmen bekommen Post von der Federal Trade Commission (FTC): Die Aufsichtsbehörde fordert die Unternehmen auf, künftig Online-Werbung deutlicher zu kennzeichnen. Der Schritt sei nötig geworden, weil mehr Nutzer über mobile Geräte und per Sprachsteuerung auf das Web zugreifen, so die Behörde.

Zuletzt hatte die FTC vor elf Jahren solche Richtlinien herausgegeben. In den vergangenen Jahren seien bezahlte Einträge in Suchmaschinen häufiger nicht klar als Anzeige zu erkennen, so die FTC. Das farbliche Hinterlegen von Anzeigen, die neben Suchergebnissen erscheinen, sei nicht immer ausreichend als Kennzeichnung. Das gelte insbesondere bei Abrufen von mobilen Geräten.

Schriftliche Hinweise seien nicht immer einfach zu finden, weil einige Unternehmen die Schriftgröße des Hinweises verkleinert hätten oder über mehrere Anzeigen nur einen kleinen Hinweis zeigten. Bei der Suche mit Sprachbefehlen empfehlen die Aufseher in dem Schreiben (PDF-Datei)  deutlich hörbare Hinweise auf Anzeigen.

Google, mit 73,8 Prozent Marktanteil bei Suchmaschinen-Werbung der Marktführer, hatte zuletzt eine Suchmaschine für Produkte gestartet, bei der alle Einträge bezahlt sind. Mehrere Anbieter von solchen vertikalen Suchmaschinen bekamen einen Brief von der FTC. Vorwürfe gegen bestimmte Unternehmen gibt es in dem Schreiben vom Montag allerdings nicht.

Auch die Wettbewerbshüter in Europa sorgen sich um klare Werbe-Kennzeichnung bei Google. Es sei für Nutzer nicht leicht genug, zwischen Anzeigen und echten Suchtreffern zu ihren Anfragen zu unterschieden, heißt es seitens der EU-Kommission. Vor allem aber sieht die Kommission die Bevorzugung eigener Google-Angebote kritisch und verlangt grundsätzliche Änderungen. Lenkt Google nicht ein, drohen Sanktionen.

ore/Reuters