Datenschutz-Verstoß Google zahlt Rekordbußgeld

Der Suchmaschinenkonzern Google muss in den USA 22,5 Millionen Dollar zahlen, weil er gegen den Datenschutz verstoßen hat. Es ist das höchste Bußgeld, das jemals in einem derartigen Fall fällig wurde. Google wurden Tricksereien bei Apples Browser Safari vorgeworfen.
Google: Datenschutzeinstellungen im Apple-Browser umgangen

Google: Datenschutzeinstellungen im Apple-Browser umgangen

Foto: JOEL SAGET/ AFP

Washington - Die Summe klingt gewaltig: Eine Strafe in Höhe von 22,5 Millionen Dollar muss der Suchmaschinenkonzern Google in die US-Staatskasse zahlen. Es geht um den Vorwurf, Apples Safari-Browser ausgetrickst zu haben. Google   hatte iPhones und iPads dazu gebracht, Cookies zur Überwachung des Surfverhaltens zu akzeptieren - auch wenn die Nutzer dies im Browser explizit abgestellt hatten.

Google erklärte nach der Verkündung der Einigung, die FTC habe sich bei dem Verfahren auf eine Help-Center-Seite von 2009 konzentriert, die "ein Jahr bevor Apple seine Regeln für die Behandlung von Cookies änderte" veröffentlicht worden sei. Die Seite sei mittlerweile geändert worden, man habe "Schritte eingeleitet, um die Werbecookies, die keine persönlichen Informationen gesammelt haben, aus Apples Browsern zu entfernen". Cookies sind kleine Textdateien, die Websites auf den Rechnern von Nutzern ablegen, um sie beim nächsten Besuch wiedererkennen zu können.

Die FTC hatte mit Google im vergangenen Jahr ein Abkommen getroffen, demzufolge der Internetkonzern seine Datenschutzpraktiken für Nutzer korrekt und transparent darstellen muss. Mit dem Text auf der Hilfeseite, der im Widerspruch zur tatsächlichen Praxis stand, sah die FTC dieses Abkommen verletzt. Die Strafe für die Verletzung liegt dem "Wall Street Journal" zufolge bei 16.000 Dollar pro Tag. Google und die FTC haben sich offenbar auf die genannte Summe von 22,5 Millionen Dollar geeinigt.

Es ist das höchste Bußgeld, das jemals in einem derartigen Fall fällig wurde. Die Summe entspricht allerdings nur 0,81 Prozent des Gewinns, den Google im zweiten Quartal 2012 erwirtschaftete.

Eine weitere Untersuchung wegen der Umgehung der Safari-Datenschutzeinstellungen ist jedoch noch anhängig. Eine Gruppe von US-Staatsanwälten ermittelt in der Sache.

Im vergangenen Jahr hatte Google aufgrund einer Einigung mit dem US-Justizministerium 500 Millionen Dollar bezahlt, weil der Konzern nicht genug gegen Werbung für illegale Pharmazeutika unternommen hatte. Um Datenschutz ging es damals aber nicht.

cis
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