Geheimdienst in Love NSA-Mitarbeiter spionierten Geliebte aus

Von "Loveint" sprechen Geheimdienstler der NSA, wenn Mitarbeiter ihre Partner ausspionieren. Eine Handvoll solcher Fälle habe es in den letzten zehn Jahren gegeben, räumte die Behörde laut einem Zeitungsbericht jetzt ein.
Passwort identifizieren: Ehepartner in Übersee überwacht

Passwort identifizieren: Ehepartner in Übersee überwacht

Foto: PAWEL KOPCZYNSKI/ REUTERS

Washington - Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA haben ihre weitreichenden Überwachungsmöglichkeiten laut einem Zeitungsbericht gelegentlich auch benutzt, um ihre Geliebten oder Ehepartner auszuspionieren. Im vergangenen Jahrzehnt habe es schätzungsweise eine Handvoll solcher Fälle gegeben, berichtete das "Wall Street Journal"  am Freitag unter Berufung auf einen Beamten.

Die Praxis habe trotz der geringen Verbreitung sogar einen Spitznamen bei dem Dienst bekommen: "Loveint" - in Anlehnung an andere gängige Abkürzungen wie "Sigint" für die Auswertung von Informationen (signals) oder "Humint" in Zusammenhang mit Informationen über Menschen (humans).

Die NSA räumte bisher vor allem unbeabsichtigte Regelverstöße ein. Das Ausspionieren von Geliebten dagegen war offensichtlich geplant. In einigen Fällen wurde die Technologien genutzt, um Ehepartner in Übersee zu überwachen. In allen Fällen seien die Mitarbeiter bestraft worden. "Wir haben überhaupt kein Verständnis für beabsichtigte Verstöße gegen die Gebote der NSA", heißt es in einem Statement der Behörde.