Klage von Datenschützern Google spioniert angeblich Schüler und Studenten aus

Verletzt Google mithilfe seiner Chromebooks in Schulen und Universitäten gezielt die Privatsphäre der Nutzer? Amerikanische Datenschützer reichen Beschwerde bei der Handelskommission ein.

Die US-Datenschutzstiftung Electronic Frontier Foundation (EFF) hat Google vorgeworfen, Schüler und Studenten auszuspionieren, die mit Geräten des Konzerns arbeiten. Eine entsprechende Beschwerde  wurde bei der US-Handelskommission (FTC) eingereicht, teilt die EFF mit. Sie ist eine der wichtigsten Bürgerrechtsorganisationen in den USA.

Demnach habe Google persönliche Daten der Schüler und Studenten gespeichert - möglich geworden sei dies durch die Standardeinstellungen auf Googles Chromebooks in Schulen und Universitäten. So erfährt der Konzern der EFF zufolge, nach welchen Begriffen die Schüler gesucht haben, welche Ergebnisse sie sich angeschaut haben, welche YouTube-Videos aufgerufen und welche Passwörter gespeichert wurden. Eine Erlaubnis von den Eltern oder Schülern zum Speichern der Daten habe Google zuvor nicht eingeholt.

Google tritt mit seinen Chromebooks auf dem Bildungsmarkt gegen Wettbewerber wie Apple, Microsoft und andere Hersteller an. Die Bildungsangebote von Google sind werbefrei. Zwar wertet Google Anwenderdaten nach eigenen Angaben aus, allerdings nicht für Werbezwecke.

Google könnte den Schülern auch auf andere Geräte folgen

Die sogenannten Chromebooks for Education sind in Schulen verbreitet, weil sie in Basisversionen für weniger als 300 Dollar zu haben sind und Google übers Netz den Support bereitstellt. In Deutschland können Schulen die Geräte und den Service mieten .

Google teilte mit, man beachte bei der Dienstleistung für Schulen und Universitäten die geltenden Regeln und Gesetze. Nach Darstellung der EFF hat der Konzern versichert, in Kürze die kritisierten Standardeinstellungen der Chromebooks so zu ändern, dass Daten wie der Browserverlauf nicht mehr automatisch mit anderen Google-Services synchronisiert werden.

Der EFF gehen die Ankündigungen jedoch nicht weit genug. Sie findet die Privatsphäre der Schüler und Studenten müsse stärker geschützt werden. Die Standardeinstellungen würden Google auch künftig erlauben, Kindern zu folgen, wenn sie den Chrome-Browser auf dem iPad ihrer Eltern oder dem Smartphone eines Freundes nutzten und sich darüber bei einem Google-Dienst, etwa YouTube, einloggten.

"Entgegen der öffentlichen Versicherung, das nicht zu tun, sammelt Google die Browserdaten und andere Informationen der Schüler und nutzt diese für eigene Zwecke des Unternehmens", sagte EFF-Anwalt Nate Cardozo.

fab/dpa