USA Kartellbehörde nimmt Google ins Visier

Nach einem Medienbericht bereitet die US-Kartellbehörde Ermittlungen gegen Google vor. Ähnliche Verfahren waren zuvor gescheitert, doch in der Politik wächst die Zustimmung für schärfere Kontrolle von Tech-Konzernen.

Wahlkampfplakat von Elizabeth Warren
Justin Sullivan/ Getty Images/ AFP

Wahlkampfplakat von Elizabeth Warren


Dem Internetriesen Google steht einem Bericht zufolge ein neues Kartellverfahren ins Haus. Das US-Justizministerium bereite entsprechende Ermittlungen vor, berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf mehrere Informanten. Dabei gehe es um Googles Aktivitäten im Bereich der Internetsuche und andere Geschäftsfelder des Konzerns.

Ein Sprecher des Justizministerium wollte weder bestätigen noch bestreiten, dass Ermittlungen vorbereitet würden. Google selbst war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die US-Kartellbehörde (FTC) hatte bereits 2011 ein Verfahren gegen Google eingeleitet. Die Ermittlungen wurden zwei Jahre später aber eingestellt. Im Vorfeld des Wahlkampfs zu den US-Präsidentschaftswahlen 2020 hat die Idee, die größten Internetkonzerne zu zerschlagen, Aufwind erhalten. So hat sich die demokratische Bewerberin Elizabeth Warren bereits mehrfach für eine Zerschlagung von Google, Facebook und Amazon ausgesprochen.

Auch unter Republikanern bestehen Sympathien für eine Regulierung der Marktmacht von Konzernen wie Google. "Das ist eine sehr große Neuigkeit und überfällig", schrieb der republikanische Senator Josh Hawley auf Twitter zum Bericht des "Wall Street Journal".

Auch in der EU ist Google bereits mehrfach ins Visier der Wettbewerbshüter geraten. Im März verhängte die EU-Kommission ein Bußgeld von 1,49 Milliarden Euro, weil das US-Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung bei Onlinewerbung missbrauchte und Konkurrenten behinderte.

Im Juli 2018 hatte die EU-Kommission den Internetriesen bereits mit einer Rekordstrafe in Höhe von 4,34 Milliarden Euro wegen illegaler Praktiken bei Googles Handy- und Tablet-Betriebssystem Android belegt.

hpi/AFP/Reuters



insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Sepp Hinterseer 01.06.2019
1. Google ist das Standard Oil der Gegenwart
… und muss dringend zerschlagen werden, um nicht ein weiteres Jahrzehnt den technischen Fortschritts zu blockieren. Das gleiche gilt übrigens für Apple, hier gibt es u.a. Bestrebungen Apple zu zwingen, alternative App-Stores zuzulassen um das ganze iOS-Ökosystem aus deren Würgegriff zu befreien und den Markt für Apps neu zu beleben. Facebook betrifft das auch, deren Marktmacht ist durch den Aufkauf u.a. von WhatsApp und Instagram mittlerweile viel zu groß geworden.
Nordstadtbewohner 01.06.2019
2. Sinnentleerte Neidbebatte
"So hat sich die demokratische Bewerberin Elizabeth Warren bereits mehrfach für eine Zerschlagung von Google, Facebook und Amazon ausgesprochen." Ich verstehe nicht, warum Unternehmen wie Google und Amazon zerschlagen werden sollen. Facebook ist sicherlich diskussionswürdig, aber zu Google und Amazon gibt es schon heute Alternativen. Zu den Googlediensten gibt es stets alternative Dienste und niemand wird gezwungen bei Amazon zu bestellen. Die Zahl der weltweiten Internetshops ist riesig. Der Wunsch nach zunehmender Regulierung und Zerschlagung basiert meines Erachtens vor allem darauf, dass jene, die in der Vergangenheit eine Deutungshoheit und Meinungsmonopol hatten, dabei sind, es zu verlieren. Und genau die daraus entstandene Neiddebatte ruft jene auf den Plan, diese Einseitigkeit wieder herstellen wollen. Ich kann nur hoffen, dass sich so etwas nicht durchsetzt.
chk23 01.06.2019
3. "Neid"? Unsinn,
Zitat von Nordstadtbewohner"So hat sich die demokratische Bewerberin Elizabeth Warren bereits mehrfach für eine Zerschlagung von Google, Facebook und Amazon ausgesprochen." Ich verstehe nicht, warum Unternehmen wie Google und Amazon zerschlagen werden sollen. Facebook ist sicherlich diskussionswürdig, aber zu Google und Amazon gibt es schon heute Alternativen. Zu den Googlediensten gibt es stets alternative Dienste und niemand wird gezwungen bei Amazon zu bestellen. Die Zahl der weltweiten Internetshops ist riesig. Der Wunsch nach zunehmender Regulierung und Zerschlagung basiert meines Erachtens vor allem darauf, dass jene, die in der Vergangenheit eine Deutungshoheit und Meinungsmonopol hatten, dabei sind, es zu verlieren. Und genau die daraus entstandene Neiddebatte ruft jene auf den Plan, diese Einseitigkeit wieder herstellen wollen. Ich kann nur hoffen, dass sich so etwas nicht durchsetzt.
Mit "Neid" hat das nicht mal Ansatzweise auch nur das Geringste zu tun. Wie biette soll man auch auf einen Konzern "neidisch" sein können? Und was Google betrifft, machen Sie den Fehler, den viele machen: Die Endanwender sind nicht Googles Kunden sondern, bildhaft gesprochen, nur die Kühe, die Google auf ihrer Weide grasen lässt um deren Daten einzusammeln und zu vermarkten - die iegentlichen Kunden Googles sind Unternehmen, die Werbung über Google schalten und/oder davon abhängig sind, über die Suche möglichst schnell gefunden zu werden und möglichst weit oben in in der Ergebnisliste zu landen. Und dazu *gibt* es keine Alternative. Punkt. Wer bei Google nicht prominent gelistet ist, ist quasi im Internet nicht vorhanden. Weil die Marktanteile alternativer Suchdienste so verschwindend klein sind, dass Sie für Gewerbetreibende/Websitebetreiber im Netz einfach keine Alternative darstellen.
stelzerdd 01.06.2019
4. Verständnis
Zitat von Nordstadtbewohner"So hat sich die demokratische Bewerberin Elizabeth Warren bereits mehrfach für eine Zerschlagung von Google, Facebook und Amazon ausgesprochen." Ich verstehe nicht, warum Unternehmen wie Google und Amazon zerschlagen werden sollen. Facebook ist sicherlich diskussionswürdig, aber zu Google und Amazon gibt es schon heute Alternativen. Zu den Googlediensten gibt es stets alternative Dienste und niemand wird gezwungen bei Amazon zu bestellen. Die Zahl der weltweiten Internetshops ist riesig. Der Wunsch nach zunehmender Regulierung und Zerschlagung basiert meines Erachtens vor allem darauf, dass jene, die in der Vergangenheit eine Deutungshoheit und Meinungsmonopol hatten, dabei sind, es zu verlieren. Und genau die daraus entstandene Neiddebatte ruft jene auf den Plan, diese Einseitigkeit wieder herstellen wollen. Ich kann nur hoffen, dass sich so etwas nicht durchsetzt.
Es reichte, wenn es endlich die Kartellbehörde verstünde,
kallewirsch63 02.06.2019
5. Politik hat die Dimensionen noch nicht erfasst ....
Google wie auch andere Anbieter, haben bereits ein gigantisches Ökosystem errichtet, welches die Grundlage vieler Unternehmen bildet. Aus Kostengründen wird suggeriert, dass die Nutzung von Cloud Diensten und somit die Speicherung von Daten in der Cloud (egal welchen Anbieter) finanzielle Vorteile bilden. Diese Sichtweise ist aber meiner Meinung zu kurz gefasst. Informationen also Daten sind das Gold des 20. Jahrhunderts. Nach heutigem Stand der Technik werden die Daten natürlich in hochverschlüsselter Form bei den Cloud Anbieter abgelegt, sind also nach derzeitigem Stand der Technik sicher. Aber in ein paar Jahren stehen uns wahrscheinlich Quantencomputer zur Verfügung. Diese wären dann auf Grund Ihrer enormen Rechenleistung in der Lage, jede derzeit sichere Verschlüsselung zu entschlüsseln. Nimmt man dann diese Daten als Grundlage für AI (selbstlernende Maschinen) so wird der Mensch gläsern und berechenbar - ein Horror Scenario Eine Zerschlagung könnte hier sicherlich eine Lösung aufzeigen, müsste dann aber die anderen Konzerne gleichermassen treffen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.