Street-View-Autos Google hat nicht alle W-Lan-Mitschnitte gelöscht

Neue Panne bei Google: Im Frühjahr hatte der Konzern die Löschung unerlaubt mitgeschnittener W-Lan-Daten zugesagt. Das hat Google nicht erfüllt. Der Konzern räumt ein, weiter Daten zu besitzen, die längst hätten gelöscht sein sollen - ein Fehler, sagt Google.
Street-View-Kamera: Ein Google-Kameraauto in Berlin

Street-View-Kamera: Ein Google-Kameraauto in Berlin

Foto: Tobias Kleinschmidt/ dpa

In einigen EU-Staaten schien das Debakel um unerlaubte Mitschnitte von Datenverkehr für Google vorbei zu sein: In den Niederlanden, in Frankreich und in anderen Staaten hatten die Behörden die Ermittlungen beendet, es gab Geldbußen und Auflagen für Google. Eine dieser Auflagen: Google hatte sich verpflichtet, sämtliche gesammelten W-Lan-Daten unwiederbringlich zu löschen. Es geht um Inhalte, die Googles Street-View-Kameraautos beim Vorbeifahren aus unverschlüsselten W-Lan-Netzen aufgezeichnet haben.

Nun räumt  Google ein: Wir haben die Daten gar nicht komplett gelöscht. In einem Brief an die britische Aufsichtsstelle des Information Commissioner's Office (ICO) erklärt der Konzern, man habe bei der Überprüfung von Tausenden von Datenträgern festgestellt, dass man noch im Besitz von Kommunikationsinhalten ("payload data") aus Großbritannien und anderen Staaten sei. Man benachrichtige die zuständigen Stellen und erwarte Anweisungen, wie weiter zu verfahren sei.

Laut einem Google-Sprecher sind Aufzeichnungen aus Australien, Belgien, Frankreich, Finnland, Irland, den Niederlanden, Norwegen, der Schweiz und Österreich nicht vollständig gelöscht worden. In Deutschland wurde Google nicht zur Löschung angewiesen, weil die strafrechtlichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hamburg und die Prüfung des Hamburgischen Datenschützers noch nicht abgeschlossen sind.

Im Mai hatte sich herausgestellt, dass die Sammlung von Kommunikationsinhalten kein bloßes Versehen war, wie bis dahin von Google dargestellt. Einem von Google veröffentlichten Bericht der Aufsichtsstelle FCC zufolge soll ein Google-Entwickler absichtlich entsprechende Funktionen eingebaut haben, mindestens zwei weitere Google-Mitarbeiter sollen davon gewusst haben. Obendrein hatte der Programmierer das Street-View-Team per E-Mail über sein Vorhaben informiert. Ein Google-Sprecher betonte im Mai: "Es gab nie einen Firmenplan, Kommunikatonsinhalte zu sammeln."

lis
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