Nach Trumps Einreisebann Google-Mitarbeiter wollten Suchergebnisse manipulieren

Nach dem US-Einreisebann diskutierten Google-Mitarbeiter laut einem Bericht, die Macht der Suchmaschine zu nutzen. Das Ziel: Aktivisten unterstützen und Spenden steigern. Donald Trump dürfte die Enthüllung freuen.

REUTERS


Google-Beschäftigte haben im vergangenen Jahr nach Wegen gesucht, um über die Suchmaschine des Unternehmens den Widerstand gegen die von US-Präsident Donald Trump vorangetriebenen Einreiseverbote zu unterstützen. Das geht aus einem Bericht des "Wall Street Journal" hervor.

Demnach hätten die Angestellten diskutiert, wie sich die Suchergebnisse derart steuern ließen, dass Gegner des Einreisebanns leichter die Kontakte von Aktivistengruppen und Politikern finden könnten.

Der Konzern bestätigte in einer Stellungnahme, dass entsprechende Ideen bei E-Mail-Wechseln ausgetauscht wurden. Davon sei jedoch keine realisiert worden. "Google hat nie seine Suchergebnisse manipuliert oder irgendeines seiner Produkte modifiziert, um eine bestimme politische Weltsicht zu befördern", erklärte das Unternehmen.

Trumps Vorwurf: Bevorzugt negative Berichte

Der Zeitungsbericht dürfte US-Präsident Donald Trump und andere Konservative in ihrer Kritik an Google und weiteren Internetunternehmen bestärken. Sie werfen den Firmen vor, ihre Plattformen gezielt derart zu gestalten, dass linksliberale Inhalte bevorzugt und konservative Positionen benachteiligt würden.

Trump hatte Google erst vor wenigen Wochen hart attackiert. Wenn in der Suchmaschine des Konzerns die Wörter "Trump News" eingegeben würden, erschienen nur negative Berichte über ihn, erklärte er. Die Suche sei folglich "manipuliert".

Dies sei "sehr gefährlich" und möglicherweise illegal, beschwerte sich der Präsident. Er warf auch Facebook und Twitter vor, Konservative unfair zu behandeln, und drohte mit Konsequenzen. Justizminister Jeff Sessions leitete wenig später eine Untersuchung zum angeblich manipulativen Umgang der Online-Unternehmen mit politischen Inhalten ein.

Weitere Google-Pläne gegen islamfeindliche Internetseiten

Laut "Wall Street Journal" hatte unmittelbar nach Inkrafttreten der ersten Version von Trumps Einreiseverboten gegen Muslime im Januar 2017 bei Google die interne Diskussion über mögliche Gegenmaßnahmen begonnen. Dabei sei es auch darum gegangen, wie das Anzeigen islamfeindlicher Internetseiten in der Suchmaschine unterbunden werden könnte.

Konkret sei es dabei um die Suchwörter "Islam", "Muslim" und "Iran" gegangen. Eine ähnliche Diskussion wurde der Zeitung zufolge darüber geführt, wie sich verhindern ließe, dass die Wörter "Mexico", "Hispanic" und "Latino" zu Seiten mit Botschaften gegen hispanische Zuwanderer führten.

Google hatte zusammen mit zahlreichen anderen Unternehmen des Internet- und Technologiesektors im Februar 2017 eine Stellungnahme bei Gericht gegen Trumps Einreisedekret eingereicht. Darin wurden die Verbote als schädlich für die US-Wirtschaft angeprangert. Google und andere Unternehmen des kalifornischen Silicon Valley beschäftigen Arbeitskräfte aus der ganzen Welt.

Um Trumps Einreiseverbote entstand ein juristisches Ringen, in dessen Folge die Regierung die Maßnahme mehrfach überarbeitete und in ihrem Ausmaß etwas abschwächte. Die jüngste Version des Dekrets wurde im vergangenen Juni vom Obersten Gericht bestätigt. Sie sieht drastische Einreisebeschränkungen für Staatsbürger der fünf mehrheitlich muslimischen Länder Iran, Jemen, Libyen, Somalia und Syrien vor.

irb/AFP



insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
neoleo99 22.09.2018
1. Manipulation ?
Das ist doch wohl ein Witz. Eine Bezahlsuchmaschine hat immer 'manipulierte' sprich bezahlte Suchergebnisse. Da fehlen dann Firmen, die gleich um die Ecke ihren Sitz haben, aber andere werden in der Suchanzeige ganz oben gelistet, obwohl sie 400 km entfernt sind. Da man auch Links wegen Verstössen 'anzeigen' kann, wird wohl der eine oder andere auch damit seine Wettbewerbschancen vergrössern, indem er die Konkurrenz 'anschwärzt'. Na ja, ich gehe halt öfters man auf yahoo.com etc. Aber das ist auch keine Lösung. Eine unabhängige europäische Suchmaschine sollte es geben, die solchen 'geldmanipulierten' Unsinn ausschliesst. Das geht halt nur bei Non-Profit.
mrotz 22.09.2018
2. tja...
So viel zu den russischen Hackern.... mfg
noalk 22.09.2018
3. selber schuld
Wenn Trump sich mokiert, dass Google hauptsächlich negative Artikel über ihn anzeige, dann liegt das wohl daran, dass er seine Anhänger, die wahrscheinlich eher positive Artikel suchen würden, Google - auf seine Aufforderung hin - boykottieren.
Harald Schmitt 22.09.2018
4. Und nun
Was soll der Schwachsinnsbericht denn bringen? Ist denn FoxNews mit seinen Spendern und BEsitzern besser oder CNN? Keiner auch nicht Trumnps Lieblingssender ist unabhängig! Selbst die Republikaner sind von den Spendern abhängig, wenn die NRA jemanden loswerden will kommt er auch auf ne schwarze Liste und hat in der Politik keine Chance mehr. Was wollen wir dann Staatsmedien wie in China, Saudi Arabien oder der Türkei wo sie dann nur noch über die großartigen Taten ihrer gottgleichen Füherung schwärmen?! Eine Staatsscuhmaschiene oder wie Öttinger wollte ein europäisches Google, wo wir nicht mal mit Millarden eine elektronische Gesundheitskarte, ein Anwaltspostfach, flächendeckendes Internet oder sonstwas digitales hinbekommen?! Was ist hier mit dem zwangesgebührenfinaziertem Staatsfernsehen, wochenlang Berichte über eine Hetzjagd in Chemnitz und Schelte gegen Maaßen aber wenn ein Ausländer bei einer einfachen Kontrolle eine Polizistin zusammentritt ist es nur ne Kurzmeldung! Alles nur Einzelfälle, die sich aber in letzter Zeit stark häufen und in den Knast kommt keiner und abgeschoben wird auch keiner. Im Osten scheinen auch nur noch Rechte un Nazis zu wohnen obwohl die Afd Führung ausm Westen kommt!
horstenporst 22.09.2018
5.
Zitat von neoleo99Das ist doch wohl ein Witz. Eine Bezahlsuchmaschine hat immer 'manipulierte' sprich bezahlte Suchergebnisse. Da fehlen dann Firmen, die gleich um die Ecke ihren Sitz haben, aber andere werden in der Suchanzeige ganz oben gelistet, obwohl sie 400 km entfernt sind. Da man auch Links wegen Verstössen 'anzeigen' kann, wird wohl der eine oder andere auch damit seine Wettbewerbschancen vergrössern, indem er die Konkurrenz 'anschwärzt'. Na ja, ich gehe halt öfters man auf yahoo.com etc. Aber das ist auch keine Lösung. Eine unabhängige europäische Suchmaschine sollte es geben, die solchen 'geldmanipulierten' Unsinn ausschliesst. Das geht halt nur bei Non-Profit.
Ich empfehle startpage.com oder duckduckgo.com
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