Musikdienst Scan and Match Google-Nutzer beklagen Säuberung ihrer Musiksammlungen

Ärger bei Nutzern von Googles Musikangebot Scan and Match. Der Cloud-Dienst ersetzt offenbar Musiktitel mit drastischen Texten durch Versionen, aus denen anstößige Passagen entfernt wurden - und umgekehrt. Apple-Anwender kennen solche Probleme.
Google Music: Der angeschlossene Cloud-Dienst Scan and Match erbost manche Anwender

Google Music: Der angeschlossene Cloud-Dienst Scan and Match erbost manche Anwender

Foto: Jae C. Hong/ AP

Kurz vor Weihnachten hat Google seine amerikanischen Nutzer beschenkt: In den USA wurde der Cloud-Musikdienst Scan & Match eingeführt. Das kostenlose Angebot ermöglicht es, bis zu 20.000 Musiktitel online zu speichern. Doch jetzt sorgt die Funktion, die Europäer schon seit November nutzen können, für einigen Ärger unter Musikfans. Ihr Vorwurf: Google übe Zensur aus.

Konkret beklagen einige Nutzer des Cloud-Dienstes, dass bestimmte Musiktitel, die sie in Googles Datenwolke hochgeladen haben, durch manipulierte Versionen ersetzt wurden .

In den USA ist es nämlich üblich, Musiktitel in deren Texten besonders drastische oder vulgäre Begriffe vorkommen, in zwei Versionen anzubieten: Zum einen in der unveränderten Originalfassung, die als "explicit" gekennzeichnet wird, zum anderen in einer um die fraglichen Wörter bereinigten Version, die an Amerikas Prüderie angepasst wurde. Nur solche gesäuberten Fassungen werden im Radio gespielt und sind an plötzlichen Pausen oder dem obligatorischen Piepton an jenen Stellen erkennbar, an denen der Künstler sich drastischer Umgangssprache bedient. Genau diese Fassungen haben einigen Nutzer zu hören bekommen, nachdem sie Originalversionen solcher Musik Google anvertraut hatten.

Googles Service scheint dabei Schwierigkeiten zu haben, gesäuberte von "explicit"-Versionen zu unterscheiden. Denn andere Nutzer haben genau das Gegenteil erlebt. Abgemilderte Inhalte seien vom System des Streaming-Dienstes wieder in die originalen Fassungen verwandelt worden. Ein Anlass zur Sorge für manche amerikanischen Eltern, wie "The Verge " anmerkt.

"Scan and match" funktioniert ganz ähnlich wie Apples iTunes Match und Amazons Cloud Player. Google gleicht die Sammlung des Nutzers auf dessen heimischen Rechner mit seiner Datenbank ab. Musik, die schon auf Google-Servern vorhanden ist, muss nicht extra hochgeladen werden und steht sofort zum Anhören auf anderen mit dem Account des Nutzers verbundenen Geräten bereit.

Mit den Problemen, die jetzt beim Google-Dienst aufgetreten sind, hatte Apple bereits im Februar 2012 zu kämpfen. Damals machten Berichte die Runde, dass iTunes Match hochgeladene Musiktitel mit drastischen Texten ebenfalls durch bereinigte Fassungen ersetzte . Seinerzeit trat das Problem nur bei nicht im iTunes-Store erworbenen Titeln auf.

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