Streit über Google Shopping Google kommt EU nach Rekordstrafe entgegen

Google macht aus seinem Shopping-Dienst eine eigenständige Einheit. Per Online-Auktion sollen Konkurrenten künftig die gleiche Chance haben wie sie, mit Produktanzeigen auf Google-Suchseiten zu landen.
Google-Gebäude

Google-Gebäude

Foto: MIKE BLAKE/ REUTERS

Google lagert nach der Rekord-Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission seinen Dienst Shopping in eine eigenständige Einheit aus. Der neue Bereich solle mit Wettbewerbern auf gleicher Basis um Anzeigenplätze wettbieten, teilte der Internetkonzern am Mittwoch mit. An diesem Donnerstag läuft die Frist aus, bis zu der Google die Kritikpunkte der Kommission ausräumen musste. Andernfalls drohten dem Unternehmen weitere Bußgelder.

"Wir geben den Shopping-Vergleichsdiensten die gleiche Möglichkeit, Produktanzeigen von Händlern auf Google-Suchseiten anzuzeigen wie Google Shopping", heißt es von Google. Wettbewerber hatten bereits zuvor kritisiert, dass sie um die Anzeigenplätze gegen Google bieten müssten, statt sie kostenlos zu bekommen.

Aus Sicht von Google geht es in den Forderungen der Kommission aber grundsätzlich darum, dass alle Dienste gleich behandelt werden müssten. Die Google-Sparte solle wie ein separates Geschäft betrieben werden, teilte der Konzern mit. Laut "Bloomberg"  sollen die Änderungen nur europäische Google-Seiten betreffen.

Beispiel für Produktanzeigen auf einer Google-Ergebnisseite (vom 28. September 2017, morgens)

Beispiel für Produktanzeigen auf einer Google-Ergebnisseite (vom 28. September 2017, morgens)

Ein von Google beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg eingereichter Antrag zur Aufhebung der Brüsseler Entscheidung ist weiterhin anhängig. Derartige Verfahren dauern mindestens anderthalb Jahre. Angesichts der Komplexität des Falls rechnen Experten aber eher mit zwei Jahren. Nach einer erstinstanzlichen Entscheidung wäre nochmals Revision vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) möglich.

Die Brüsseler Kommission hatte im Juni wegen der Produkt-Anzeigen in Suchergebnissen eine Rekord-Wettbewerbsstrafe von 2,42 Milliarden Euro gegen Google verhängt. Die zuständige EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager wirft dem Konzern unfairen Wettbewerb vor: Er habe seine dominierende Position zum Schaden von Konkurrenten und Verbrauchern missbraucht.

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"Wir waren im Kontakt, deshalb wissen wir teilweise, was sie tun werden. Aber es ist nun an Google zu zeigen, dass sie es tatsächlich tun", sagte Vestager am Mittwoch. "Wir werden das aktiv beobachten." Google müsse künftig außerdem alle vier Monate einen Bericht zum Stand der Dinge vorlegen. Der erste werde Anfang des Jahres erwartet. Die Kommission kann die Erfüllung der Auflagen fünf Jahre lang überwachen.

mbö/dpa/Reuters/AFP