Lobbying in den USA Google gab 2014 fast 17 Millionen aus

Google hat 2014 so viel für Lobbying in den USA ausgegeben wie Microsoft und Apple zusammen: Nach Auswertungen einer Verbraucherschutzgruppe waren es fast 17 Millionen Dollar. Facebook und Amazon kommen auf Rekordausgaben.

Logo auf dem Google Campus im Silicon Valley: Mehr für Lobbying ausgegeben als Facebook und Microsoft
DPA

Logo auf dem Google Campus im Silicon Valley: Mehr für Lobbying ausgegeben als Facebook und Microsoft


Google hat vergangenes Jahr 16,8 Millionen Dollar investiert, um Lobbying in den USA zu betreiben. Das meldet die Verbraucherschutzgruppe Consumer Watchdog, die Offenlegungen von 15 Tech- und Kommunikationsfirmen eingesehen und ausgewertet hat.

"Es ist wichtig zu verstehen, mit wie viel Geld diese Firmen in Washington um sich werfen, um die Regeln zu kaufen, die sie wollen", sagt John M. Simpson von Consumer Watchdog. "Politikgestaltung dreht sich heutzutage ums große Geld, nicht um große Ideen".

Insgesamt sollen die 15 Firmen, darunter auch Comcast, Facebook und Apple, 116,62 Millionen Dollar fürs Lobbying in den USA ausgegeben haben, etwas weniger als 2013, wo es 120,28 Millionen waren. Sechs Konzerne kommen auf höhere Ausgaben als im Vorjahr, Google gab laut Consumer Watchdog 2013 rund 14 Millionen aus. Ein Anlass für Googles verstärkte Lobbyarbeit dürfte die Diskussion um die Netzneutralität sein, in der vor allem Internetprovider auf der Gegenseite stehen.

Weniger Geld als 2013 hat laut Consumer Watchdog Microsoft ausgegeben. Statt 10,49 waren es diesmal 8,33 Millionen Dollar. Facebook dagegen hat so viel investiert wie noch nie: 9,34 Millionen, ein Plus von fast drei Millionen. Auch für Apple ist 2014 mit 4,11 Millionen Dollar ein Lobby-Rekordjahr.

Ähnlich viel Geld wie Google haben von den 15 beobachteten Firmen die Internetdiensteanbieter Comcast und AT&T investiert. Sie kommen auf 16,8 beziehungsweise 14,56 Millionen Dollar.

mbö



insgesamt 5 Beiträge
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Dr. Seltsam 23.01.2015
1. Lobbyismus...
... die Geißel des Kapitalismus...
Katzebextra 23.01.2015
2. Lobbying?
Wieso nennt man es nicht einfach das was es ist: "Bestechung". Gilt aber nur für die Kleinen. Z.B. beim Lehrer der nach Abschluß des Schuljahres von der Klasse ein Geschenk bekommt. Wenn ich heute als Angestellter einer deutschen Auitomobilfirma vom Außendienstler eines Zulieferanten zum DTM-Rennen eingeladen werde, brauche für die Teilnahme eine Genehmigung. Habe ich die nicht und es wird bekannt werde ich abgemahnt. Parteien darf man, vom Recht gedeckt, tausende Euro spenden. Wenn die Beträge entsprechend gestückelt sind braucht man sie nicht mal anzeigen. Da spendet der Hersteller von Tunnelbohrern und schau schau, plötzlich kommt er zum Zuge obwohl das Verfahren in der Planfeststellung gar nicht vorgesehen war. Selbst die Grünen sind sich nicht zu Schade, Spenden von Waffenherstellern einzusacken.
geotie 23.01.2015
3. voooh
Ist Bestechung nicht verboten? Na sowas, und wir wundern uns immer über die passgenauen Gesetze für solch große Firmen. Demnächst gibt es bestimmt ein Gesetz, dass wir die Ware und Dienstleistung unter Strafe nur von der Firma zu kaufen haben, die am meisten Lobbyismus betrieben hat. Noch lacht man, aber...
Kunerich 23.01.2015
4. Peanuts
Bezogen auf Umsatz, Gewinn und (legal hinterzogene) Steuern sind diese Millionen doch nicht einmal Peanuts. So billig ist Industriepolitik von Seiten der Konzerne
managerbraut 26.01.2015
5. Für Lobbyarbeit
macht Google mal eben 17 Mil. locker! Für eine gravierende Sicherheitlücke in Android zu schließen die global ca. 90 Mil. Nutzer betreffen hat Google nicht einen Cent über. Das sollte Android Nutzer die Augen öffnen und Warnung genug sein. Nie wieder ein Android Gerät zu kaufen, wie zu nutzen! Nieder mit diesem Android!
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