Datenschutz-Vorschrift Google zieht Entwickler aus Russland ab

Daten von russischen Bürgern dürfen nur auf Servern innerhalb Russland gespeichert werden: Dieses neue Gesetz bewegt Google offenbar dazu, seine Entwicklungsabteilung in dem Land zu schließen.

Google-Logo: "Wall Street Journal" berichtet von Russland-Abzug
DPA

Google-Logo: "Wall Street Journal" berichtet von Russland-Abzug


Google will einem Zeitungsbericht zufolge seine Entwicklungsabteilung in Russland schließen. Hintergrund seien strengere Internetgesetze, berichtet das "Wall Street Journal".

Im Juli hatte das russische Parlament ein Gesetz verabschiedet, nach dem Unternehmen persönliche Informationen über russische Bürger nur innerhalb des Landes speichern dürfen. Damit müssen Konzerne solche Daten auf Server in Russland verschieben, andernfalls droht ihnen die Blockade ihrer Internetseiten. Die Regierung in Moskau spricht von Datenschutz, Kritiker sprechen von Zensur und Überwachung.

Dem Bericht zufolge will Google nach der Aufgabe der IT-Abteilung in Russland einige seiner Mitarbeiter in den Bereichen Vertrieb, Kundenservice, Marketing und Kommunikation weiterbeschäftigen. Beim US-Suchmaschinenbetreiber war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

ore/Reuters

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Europa! 12.12.2014
1. Gemeinsamkeiten
Nun ja, so ganz unsinnig ist das russische Gesetz wohl nicht. Immerhin verspricht die Telekom inzwischen ja auch, dass die europäischen Verbindungen nicht mehr über Server in Amerika laufen. In der westlichen Welt leistet Deutschland (trotz 95% Google-Nutzung) den wohl heftigsten Widerstand gegen die Datenkraken.
RSchubi 12.12.2014
2. Richtige Entscheidung.
Nein, nicht die von Google, sondern von Russland. Selbstverständlich haben private Daten über Privatbürger im Land zu bleiben und haben nichts im Ausland verloren. Insofern ist das russische Gesetz vorbildlich und sollte bei uns Nachahmung finden.
ralf_si 12.12.2014
3.
Zitat von Europa!Nun ja, so ganz unsinnig ist das russische Gesetz wohl nicht. Immerhin verspricht die Telekom inzwischen ja auch, dass die europäischen Verbindungen nicht mehr über Server in Amerika laufen. In der westlichen Welt leistet Deutschland (trotz 95% Google-Nutzung) den wohl heftigsten Widerstand gegen die Datenkraken.
Was nützt das, wenn Google, Microsoft & Co die Daten in einer "Cloud" speichern, auf die zum einen diese Firmen selbst zugreifen dürfen, um diese Daten auszuforschen und zum anderen der US-Gerichtsbarkeit unterliegen und durch für uns nicht feststellbare Urteile die US-Justiz Zugriff hat. Hoffentlich ist die Entscheidung Russlands der Anfang vom Ende des Cloud-Zwangs, zu dem die US-Unternehmen leider übergehen und der deutsche Staat tatenlos zuschaut. Entweder man macht Deutschland zu einem weiteren Bundesstaat der USA oder bietet diesem Geschäftsgebaren der US-Unternehmen/US-Politik Einhalt.
project25 12.12.2014
4. Mehr Schutz
Etwas mehr Schutz der Grundrechte würde ich mir auch seitens unserer Bundesregierung für uns auch wünschen. Ein Land, dass Menschen foltert und deren Würde missachtet, achtet bestimmt auf irgendwelche imaginäre Datenschutzrechte. Das Recht des Stärkeren beugt sich anscheinend auch unsere Bundesregierung, nur wird dabei der Schutz des dt. Volkes, der Treueeid vergessen..... Ich wäre nicht stolz auf meine Regierungszeit, auf mein Vermächtniss.
syracusa 12.12.2014
5. zweischneidig
Einerseits ist die russische Haltung in dieser Frage begrüßenswert, denn niemand kann kontrollieren, was mit den Daten der russischen Bürger dort geschieht, wo immer diese gespeichert werden. Dass NSA und CIA sehr viel einfacheren Zugriff darauf haben, wenn die Server in den USA stehen, ist offensichtlich. Andererseits liefert man ein von einem Diktator unterdrücktes Volk seinem Tyrannen aus, wenn man die Daten ausschließlich in der Diktatur speichert. Die Lösung ist trivial: keine privaten Daten sammeln, keine Annahme von Cloud-Angebote erzwingen. Aber das will Google auch nicht.
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