Fleischkonzern JBS US-Präsident Biden erwägt nach Hackerangriff Vergeltung

Der Ransomware-Angriff auf den weltgrößten Fleischkonzern JBS ruft nun Joe Biden auf den Plan. Der US-Präsident denkt über einen Gegenschlag nach – und kritisiert Wladimir Putin.
US-Präsident Joe Biden: Bald steht ein Treffen mit Russlands Präsident Putin an

US-Präsident Joe Biden: Bald steht ein Treffen mit Russlands Präsident Putin an

Foto: Samuel Corum / POOL / EPA

Mit einer Ransomware-Attacke auf den weltgrößten Fleischkonzern JBS  haben Hacker große Teile der Produktion in Nordamerika und Australien lahmgelegt. Die USA vermuten den Ursprung des Angriffs in Russland und prüfen mögliche Vergeltungsmaßnahmen.

»Wir schauen uns dieses Thema genau an«, sagte US-Präsident Joe Biden. Die Frage eines Journalisten, ob Russlands Präsident Wladimir Putin ihn vor ihrem Gipfeltreffen in zwei Wochen testen wolle, verneinte er.

Bidens Sprecherin Jen Psaki sagte vor Journalisten: »Der Präsident ist überzeugt, dass Präsident Putin eine Rolle dabei zukommt, solche Attacken zu stoppen und zu verhindern.« Biden werde Putin auch bei deren geplantem Treffen am 16. Juni in Genf darauf ansprechen.

Das Verhältnis zwischen Washington und Moskau ist höchst belastet. Die USA werfen Russland unter anderem Einmischungen in ihre Wahlen und den groß angelegten SolarWinds-Hackerangriff  im vergangenen Jahr vor.

Attacke mit Lösegeldforderung

Das brasilianische Unternehmen JBS hatte die Hackerattacke über seine US-Tochter bekannt gemacht. Der Angriff hat demnach Server der IT-Systeme in Nordamerika und Australien getroffen.

Dem Weißen Haus zufolge hat die JBS-Tochterfirma der US-Regierung die Information übermittelt, dass eine »wahrscheinlich in Russland ansässige« kriminelle Organisation für die Attacke verantwortlich sei. Demnach verknüpften die Cyberkriminellen ihre Attacke mit einer Lösegeldforderung. Inzwischen hat JBS die Folgen der Cyberattacke nach eigenen Angaben weitgehend bewältigt. Alle Werke in den USA sollen am Donnerstag wieder mit voller Kapazität arbeiten, teilte der brasilianische Konzern mit. Am Mittwoch lief demnach der Großteil der Fabriken wieder. Darunter seien die gesamte Schweinefleisch- und Geflügelproduktion weltweit sowie die meisten Rindfleischfabriken in den USA und Australien.

Bei Attacken mit Erpressungssoftware werden Computer verschlüsselt, und die Angreifer verlangen Geld für die Freigabe. JBS teilte mit, die Back-up-Server mit gesicherten Daten seien nicht betroffen gewesen und wurden zur Wiederherstellung der Systeme genutzt.

mmq/AFP/AP
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