Datenklau Spur des Politiker-Leaks führt zu 19-Jährigem in Heilbronn

Ein junger Mann aus Baden-Württemberg soll in Verbindung zu dem Hacker stehen, der private Daten von Hunderten Politikern veröffentlicht hat. Die Polizei befragte ihn, beschlagnahmte Geräte und durchsuchte seinen Müll.
Polizeieinsatz (Symbolbild)

Polizeieinsatz (Symbolbild)

Foto: imago/ Deutzmann

In Zusammenhang mit der Datenklauaffäre, einem Angriff auf Daten von Politikern und Prominenten, haben Ermittler nach Informationen des Fernsehsenders ARD die Wohnung eines Mannes in Heilbronn durchsucht.

Der 19-Jährige arbeite im IT-Bereich und werde derzeit als Zeuge in den Verfahren geführt, meldeten das ARD-Politikmagazin Kontraste und das rbb-Inforadio am Montag. Der junge Mann bestätigte die Razzia laut "Kontraste". Er sei "über mehrere Stunden befragt worden", sagte er demnach.

Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) hatten dem Bericht zufolge am Sonntagmorgen die Wohnräume und den Hausmüll des Mannes durchsucht und technische Geräte beschlagnahmt. Der 19-Jährige stand nach eigener Aussage in Kontakt mit dem Hacker, der für den Datendiebstahl verantwortlich sein soll.

Am Donnerstagabend war bekannt geworden, dass ein Hacker über ein Twitter-Konto im Dezember massenweise persönliche Daten veröffentlicht hat, darunter Handynummern und private Chat-Protokolle. Hunderte Politiker sind betroffen. Auch Daten von Schauspielern, Musikern und Journalisten wurden veröffentlicht (mehr dazu lesen Sie hier).

Im Video: Analyse zu Hackerangriff

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Nun steht die Aufklärung an - und die geht vielen zu langsam beziehungsweise ist vielen zu chaotisch. Die Kritik trifft dabei nicht nur Seehofer, der als Innenminister politisch zuständig ist, sondern auch den Präsidenten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, dessen Behörde sich widersprüchlich zu dem Fall geäußert hatte.

Am Montagnachmittag will sich Innenminister Horst Seehofer (CSU) mit Schönbohm und dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, in der Angelegenheit beraten. Die Öffentlichkeit wolle Seehofer dann in den kommenden Tagen mit allen "belastbaren Fakten und nicht mit Vermutungen informieren". Zuvor hatte es Kritik am Umgang der Schönbohm-Behörde BSI an teils widersprüchlichen Aussagen zu dem Datendiebstahl gegeben.

SPIEGEL ONLINE berichtet ausführlich über die Hackerangriffe gegen Politiker und Personen des öffentlichen Lebens. Mit Details aus den Datendiebstählen gehen wir allerdings zurückhaltend und vorsichtig um. Privatadressen, Telefonnummern oder weitere Informationen, an denen nach jetzigem Kenntnisstand kein öffentliches Interesse besteht, veröffentlichen wir nicht.

cht/dpa/AFP
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