Hackerangriffe China bestreitet Vorwürfe des US-Justizministeriums

China hat auf die Spähvorwürfe des US-Justizministeriums reagiert. Die Anschuldigungen gegen fünf mutmaßliche Hacker im Staatsdienst seien "erfunden", heißt es. Das chinesische Außenministerium habe sich bereits beschwert.


Peking - China hat mit einer ersten Stellungnahme auf die Spähvorwürfe des US-Justizministeriums reagiert. Die Anklage sei "erfunden" und würde die chinesisch-amerikanische Kooperation und das gegenseitige Vertrauensverhältnis beschädigen, heißt es aus dem chinesischen Außenministerium. Man habe sich bereits bei den USA beschwert.

"Die Haltung der chinesischen Regierung zum Thema Internetsicherheit ist klar und beständig", sagte ein Sprecher, der auf eine "sofortige Richtigstellung" drängte. China sei ein entschiedener Verteidiger der Netzwerksicherheit: Die chinesische Regierung, das Militär und das zugehörige Personal seien niemals in den "Online-Diebstahl" von Geschäftsgeheimnissen verwickelt gewesen.

Am Montag war bekannt geworden, dass das US-Justizministerium gegen fünf mutmaßliche Hacker aus China vorgeht. Die Verdächtigen sollen Teil des Militärs sein. Ihnen wird vorgeworfen, sechs amerikanische Firmen und eine Gewerkschaft ausgespäht und Handelsgeheimnisse gestohlen zu haben. Laut des Justizministeriums hat eine Grand Jury Anklage erhoben.

Zu den Firmen, die von den Hackern angegriffen wurden, gehören demnach der Aluminiumproduzent Alcoa und der Kraftwerkshersteller Westinghouse. Auch ein Unternehmen aus der Solarenergiebranche soll betroffen gewesen sein. Von der Anklage, die das Justizministerium am Montag vorstellte, hatten mehrere Medien vorab berichtet.

Laut NBC ist es das erste Mal, dass die USA strafrechtlich wegen Cyberspionage gegen einen anderen Staat vorgehen. Sorgen bereitet haben etwaige Cyberangriffe aus China den Zuständigen in den USA allerdings schon immer. Beide Staaten beschuldigen sich seit Jahren gegenseitig der Spionage und verschiedener Hackerangriffe.

Im März hatte der SPIEGEL enthüllt, dass der US-Militärgeheimdienst NSA mit großem Aufwand den chinesischen IT-Ausrüster Huawei infiltriert hatte.

mbö/Reuters



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niska 19.05.2014
1.
Zitat von sysopREUTERSChina hat auf die Spähvorwürfe des US-Justizministeriums reagiert. Die Anschuldigungen gegen fünf mutmaßliche Hacker im Staatsdienst seien "erfunden", heißt es. Das chinesische Außenministerium habe sich bereits beschwert. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/hackerangriffe-china-weist-vorwuerfe-aus-den-usa-zurueck-a-970333.html
Wo bleibt die Gegenklage gegen 100.000 mutmaßliche Hacker im Staatsdienst? Diese Anschuldigungen wären sogar durch die Snowden Leaks belegbar und nicht 'erfunden'. Wobei ich die Hacks der Chinesen auch nicht für erfunden halte. Nur nicht so leicht beweisbar.
AxelSchudak 19.05.2014
2. Langohren
Da schimpft der Esel den Hasen ein Langohr... Unglaubwürdig ist die Empörung der USA, die anklagen was sie selber machen. Unglaubwürdig ist aber auch das Dementi der Chinesen.
cum infamia 19.05.2014
3. Deutsche Anklage ?
Wo bleibt die Anklage der NSA- Mitarbeiter, die Frau Merkel nachweislich abgehört haben, vor einem deutschen Gericht ? Da sieht man wieder einmal die Hilflosigkeit und Marionettenhaftigkeit Deutschlands gegenüber den USA !
rainking 19.05.2014
4. oha ...
jetzt wird neben dem bösen Russen der böse Chinese ausgegraben. Und alle spähen d3en armen humanen Amerikaner aus. Ich glaube, wir sollten eine Spendenaktion für Washington initiieren. Das Elend ist ja kaum noch zu ertragen.
genugistgenug 19.05.2014
5. deja vue?
gab es nicht vor einigen Jahren einen Aufschrei wegen spam Fluten aus China? Der verebbte ziemlich rasch als sich herausstellte dass das alles aus den US kam und nur über chinesische Server verschickt wurde. Oder woher kamen die anderen Regierungsviren äh 'Programme um den Schutz der Rechner zu testen' - eine Regierung will ja niemals jemanden schaden und arbeitet für die Bürger und der Mond ist aus Käse.......
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