Ohne Cyberalarm Die Welt der Hacker - endlich verständlich

Immer wieder machen spektakuläre Hackerangriffe weltweit Schlagzeilen. Doch wie arbeiten Hacker eigentlich? Was steckt hinter Begriffen wie Phishing oder Ransomware? Die wichtigsten Antworten - und Tipps zum Schutz.
Foto: Michael Walter/ DER SPIEGEL

Endlich verständlich: Die Welt der Hacker

"Hacken bedeutet, die Grenzen des Möglichen auszutesten, im Geiste verspielter Cleverness” : Mit dieser Beschreibung versucht der bekannte amerikanische Programmierer Richard Stallman, die Arbeit eines Hackers zu beschreiben. Aus seiner Sicht ist das ein schwieriges Unterfangen, denn Hacks sind extrem vielgestaltig.

Während Hacker in manchen Filmen nur ein paar Sekunden auf die Tastatur eintrommeln , um in ein Computersystem einzudringen, sieht die Realität anders aus: Oft steckt hinter einem erfolgreichen Hack tage- oder wochenlange Detailarbeit. Und ein Computersystem ist auch nur eins von vielen Zielen, denen sich Hacker heutzutage widmen. So lassen sich zum Beispiel auch vermeintlich smarte Kühlschränke fernsteuern und internetfähige Vibratoren manipulieren .

In der Brockhaus-Enzyklopädie heißt es, das Wort Hacken sei in den Siebzigerjahren in den USA entstanden und habe "zunächst das intensive und begeisterte (auch zwanghafte) Arbeiten am Computer" bezeichnet. Folgt man einer breiten Definition, braucht man für einen Hack aber noch nicht einmal einen Computer.

Hacken kann auch heißen, ein Gerät oder einen Gegenstand anders zu nutzen, als es ursprünglich gedacht war - etwa vom Hersteller. Demnach ist es ein Hack, das Lachsfilet in der Spülmaschine zu garen, natürlich gut eingepackt in Folie  - oder auch schon, mit einer Büroklammer einen Reißverschluss zu reparieren . Auf YouTube machen solche kleinen Alltagstricks als "Life-Hacks" die Runde. Auch Fernsehserien-Held MacGyver kann man demnach als Hacker bezeichnen.

Zur breiten Definition passt der Gedanke, dass auch demokratische Wahlen gehackt werden können (siehe Frage 10). Dazu braucht es nicht zwangsläufig einen Eingriff per Software: Es reicht, falsche Informationen zu streuen oder gezielt brisante Veröffentlichungen oder Leaks zu lancieren.

Manchmal ist ein Hack auch nur eine originelle oder dreist-geniale Idee, ein bestehendes Regelsystem auszunutzen. Ein Beispiel dafür sind zwei auf den ersten Blick seltsamen Geld-Verkaufsaktionen  der "Partei”. Sie bescherten der Satirepartei einen größeren Zuschuss vom Staat, machten aber zugleich auf Schwächen im System zur Parteienfinanzierung aufmerksam.

Autoren: Markus Böhm, Jörg Breithut, Angela Gruber, Judith Horchert

Mitarbeit: Patrick Beuth

Dokumentation: Peter Wetter

Schlussredaktion: Sebastian Hofer

Illustrationen: Michael Walter

Produktion: Guido Grigat

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