Hongkong-Proteste Instagram in China blockiert

In Hongkong demonstrieren Zehntausende für Demokratie, auf Instagram finden sich Bilder dazu. Doch in der Volksrepublik China ist der Fotodienst jetzt offenbar blockiert worden.
Proteste in Hongkong (am Sonntagmorgen): Auch in sozialen Netzwerken ein Thema

Proteste in Hongkong (am Sonntagmorgen): Auch in sozialen Netzwerken ein Thema

Foto: TYRONE SIU/ REUTERS

Facebooks Foto-Dienst Instagram ist in Festland-China nicht mehr erreichbar - möglicherweise wegen der Demonstrationen für mehr Demokratie in Hongkong. Darauf deutet eine Reihe von Berichten hin, unter anderem von Hongkong-Reportern der "New York Times" . Facebook hat sich bislang nicht zu den Berichten geäußert. Anders als das soziale Netzwerk selbst war Instagram für chinesische Nutzer bislang auch ohne technische Tricks nutzbar.

Im Finanzbezirk und im Regierungsviertel von Hongkong sind seit Freitagabend Tausende Menschen auf den Straßen. Mittlerweile wird auch im Einkaufsbezirk Causeway Bay und im Stadtteil Mong Kok auf dem Festland protestiert. Zeitweise ging die Polizei mit Schlagstöcken, Tränengas und Pfefferspray gegen die Demonstranten vor. In der Nacht zum Montag wurden 38 Menschen verletzt und 78 festgenommen.

Fotos der Proteste werden in sozialen Netzwerken häufig mit dem Hashtags #OccupyCentral und #OccupyHK gekennzeichnet. Der Begriff #OccupyCentral war am Sonntag bei Sina Weibo geblockt worden, dem chinesischen Pendant zu Twitter.

Nutzer in Hongkong haben weiter Instagram-Zugriff

Indizien dazu, ob eine Website in Festland-China noch erreichbar ist, liefern Dienste wie "Blocked in China " und "Great Fire ". Ist ein Angebot in Festland-China blockiert, können Menschen in Hongkong in der Regel trotzdem auf die Seite zugreifen. Auch Nutzer aus anderen Ländern haben weiter Zugriff auf die Inhalte.

Ende August hatten Forscher der Harvard University und der University of California San Diego einen detaillierten Einblick in Chinas Zensuralltag gegeben. Ihre Untersuchungen führten die Wissenschaftler zum Schluss, dass auch Regierungskritik online gute Chancen auf Veröffentlichung hat - solange sie keinen Aufruf zum Handeln beinhaltet. Chinas Regierung betrachte vor allem Aufstände und Proteste im eigenen Land als Gefahr.

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Foto: CARLOS BARRIA/ REUTERS
mbö/Reuters