Eigener Account Horst Seehofer reicht es mit Twitter - nach nur zwei Beiträgen

"Von so einer Community möchte ich nicht Teil sein", sagt Horst Seehofer in einem Interview über Twitter. Anders als bei Donald Trump oder auch Markus Söder wirkt sein Konto aber ohnehin verwaist.

Kein Twitter-Fan: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU)
Bernd von Jutrczenka / DPA

Kein Twitter-Fan: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU)


Twitter und der Bundesinnenminister, das findet offenbar nicht mehr zusammen. Kein Jahr nach seinem ersten Tweet hat Horst Seehofer (CSU) seinem Konto im sozialen Netzwerk offenbar wieder den Rücken zugekehrt. In seinem Ministerium gebe es ein Social-Media-Referat, wird Seehofer vom "Donaukurier" aus Ingolstadt zitiert, die machten das sehr seriös: "Gelegentlich schaue ich mir dann an, wie das kommentiert wird, und was ich da lese, ist oft dermaßen platt und flach, gehässig und bösartig - nein, von so einer Community möchte ich nicht Teil sein."

Das Bundesinnenministerium weist auf dem BMI-Twitter-Konto, das Seehofer meint, vor allem auf Beschlüsse und Termine hin. "Mit der Reform des #Besoldungsstrukturenmodernisierungsgesetz wird der Verwaltungsaufwand verringert & Zulagen deutlich erhöht", hieß es dort kürzlich, oder auch: "Hohe Einsatzfähigkeit der #GSG9 der #Bundespolizei - BM Horst #Seehofer hat sich heute bei einem Besuch am Standort in #SanktAugustin vom Einsatzspektrum überzeugt". Vereinzelt erscheinen dort, gekennzeichnet durch das Kürzel HS, auch Nachrichten im Namen des Innenministers selbst.

Vor rund einem Jahr hatte Seehofer angekündigt, "wahrscheinlich Ende August" mit einem eigenen Account twittern zu wollen: "Ich sehe mich jetzt gezwungen, weil manche Wahrheiten ich sonst nicht unter eine breitere Bevölkerung bekomme", sagte Seehofer damals. Er kündigte an, den Dienst zwar zu nutzen, aber vielleicht "in einem anderen Stil" als US-Präsident Donald Trump. Tatsächlich setzte Seehofer seinen ersten Tweet dann im September 2018 ab.

Auf dem Konto des Innenministers wurde bis heute nur eine weitere Nachricht veröffentlicht: Einmal twitterte Seehofer zu seinem Rücktritt als CSU-Chef und einmal, um Annegret Kramp-Karrenbauer zur Wahl zur CDU-Chefin zu gratulieren. Das Konto @der_Seehofer kommt derzeit auf 10.400 Follower. Zum Vergleich: Sein jahrelanger Rivale Markus Söder hat auf Twitter 40.900 Follower, über sein Konto wurden seit 2012 bereits fast 2200 Tweets abgesetzt.

mbö/dpa



insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
erst_nachdenken 04.07.2019
1. Gute Entscheidung!
"Gelegentlich schaue ich mir dann an, wie das kommentiert wird, und was ich da lese, ist oft dermaßen platt und flach, gehässig und bösartig - nein, von so einer Community möchte ich nicht Teil sein." Man kann über den Herrn denken, was man mag. Aber das finde ich eine absolut nachvollziehbare und gute Entscheidung!
draco2007 04.07.2019
2.
Zitat von erst_nachdenken"Gelegentlich schaue ich mir dann an, wie das kommentiert wird, und was ich da lese, ist oft dermaßen platt und flach, gehässig und bösartig - nein, von so einer Community möchte ich nicht Teil sein." Man kann über den Herrn denken, was man mag. Aber das finde ich eine absolut nachvollziehbare und gute Entscheidung!
Jemand der sagt, er werde unseren Sozialstaat bis auf die letzte Patrone verteidigen, scheint er ein sehr dünnes Fell zu haben...
pennywise 04.07.2019
3. man hat wohl gesagt
Horst lass es. Da wird jeder dummer Satz von Dir kommentiert. Also kwasi alles was Du sagst.
bloub 04.07.2019
4. Wo genau ist das Problem?
Seehofers Kommentare und Aussagen sind oft auch einfach nur flach, platt, bösartig und gehässig. Damit passt Seehofer nach der Aussage ganz prima zu Twitter.
diefreiheitdermeinung 04.07.2019
5. Und was war mit dem unsaeglichen Rezo?
bei CDU/CSU schon vergessen? Keinen Bock sich auf das Niveau - selbst wenn es einen niedriger ist als im Ministerium - juengere Leute zu begeben. Auch hier Alles nur Neuland? So wirds wohl Nichts mit dem naechsten Wahlsieg in einem Land das, man mag es bedauern, sowieso eher fortschrittsunglaeubig ist und fuer dad Digitalisierung ein Fremdwort bleibt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.