Verkauf von privaten Fotos Instagram knickt nach Netz-Protest ein

"Wir haben nicht die Absicht, Ihre Fotos zu verkaufen": Nach heftiger Kritik an seinen neuen Richtlinien lenkt der Bilderdienst Instagram ein und streicht die umstrittene Passage. Laut einem Mitgründer des Unternehmens war alles nur ein Missverständnis.
App-Logos von Facebook und Instagram: Wer sich einloggt, akzeptiert die Regeln

App-Logos von Facebook und Instagram: Wer sich einloggt, akzeptiert die Regeln

Foto: Rolf Vennenbernd/ dpa

New York - Der Online-Fotodienst Instagram hat auf die heftige Kritik an seinen neuen Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen reagiert. Eine umstrittene Passage, die die ungefragte Nutzung von Bildern für Werbezwecke - ohne Honorar - ermöglicht hätte, werde gestrichen, teilte  das Unternehmen mit.

Instagram sprach von einem Missverständnis. "Um es deutlich zu sagen: Wir haben nicht die Absicht, Ihre Fotos zu verkaufen", erklärte der Mitgründer des Online-Dienstes, Kevin Systrom. Das solle in einer neuen Version der Regeln auch ausdrücklich so festgeschrieben werden.

Außerdem sei die Befürchtung übertrieben, dass Instagram-Bilder in Werbeanzeigen auftauchen könnten, erklärte Systrom. "Wir haben keine solchen Pläne und werden deswegen die Formulierung entfernen, die diese Frage aufkommen ließ."

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Die Instagram-Nutzer störten sich vor allem an einem Punkt in den neuen Regeln , demzufolge Instagram Bilder und andere Daten der Nutzer Werbetreibenden zur Verfügung stellen und dafür Geld kassieren könne. Gemeint sei aber nur, dass ein Nutzer zum Beispiel sehen könne, welche seiner Freunde die Fotos einer bestimmten Firma bei Instagram abonniert hätten, erklärte Systrom jetzt. "Es ist unser Fehler, dass die Formulierungen verwirrend sind."

Daten werden mit Facebook geteilt

Weitere Angaben zu möglichen Änderungen an den umstrittenen neuen Geschäftsbedingungen machte Systrom nicht. In einem Blog-Eintrag hatte Instagram am Montag ebenfalls angekündigt, dass die Daten seiner gut hundert Millionen Nutzer künftig mit dem Mutterunternehmen Facebook geteilt werden sollen. Damit könnte das Unternehmen gezielter Werbung schalten.

Weiterhin müssen Nutzer fortan unter ihrem Klarnamen auftreten. Die Änderungen sollen am 16. Januar in Kraft treten. Fotos, die vorher veröffentlicht wurden, sollen die Änderungen nicht betreffen. Eine Möglichkeit, die Änderungen abzulehnen, haben die Nutzer nicht.

Mit Instagram können Fotos kostenlos bearbeitet und anschließend auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Netzwerken im Internet veröffentlicht werden.

Nach der Ankündigung der neuen Datenschutzbestimmungen hatten sich Nutzer in den sozialen Medien zum Teil heftig beschwert. Auch Medien reagierten kritisch: "Bei Instagram sind Sie offiziell im Angebot", titelt beispielsweise Buzzfeed.com . Das Magazin "Wired"  erklärt seinen Lesern vorsorglich, wie sie ihre Fotos sichern und ihren Account löschen können.

bim/dpa/AFP
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