Nach Enthüllungen von Whistleblowerin US-Bundesstaaten prüfen, ob Instagram Kindern schadet

Macht Instagram junge Menschen abhängig oder depressiv, wie geleakte Dokumente nahelegen? Generalstaatsanwälte mehrerer US-Bundesstaaten ermitteln jetzt, ob die Plattform Kinder »im Interesse des Profits« ausbeutet.
Whistleblowerin Haugen

Whistleblowerin Haugen

Foto: Virginia Mayo / AP

Nach den schwerwiegenden Vorwürfen der Whistleblowerin Frances Haugen haben mehrere US-Bundesstaaten eine Untersuchung zu möglichen schädlichen Auswirkungen der Online-Plattform Instagram auf Kinder und Jugendliche eingeleitet.

Die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates Massachusetts, Maura Healey, sagte am Donnerstag, der inzwischen in Meta umbenannte Instagram-Mutterkonzern Facebook habe junge Nutzer zugunsten eigener Gewinne wissentlich möglichen gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt.

Maura Healey, Generalstaatsanwältin von Massachusetts: Kinder »im Interesse des Profits ausgebeutet«

Maura Healey, Generalstaatsanwältin von Massachusetts: Kinder »im Interesse des Profits ausgebeutet«

Foto: BRIAN SNYDER/ REUTERS

»Facebook, jetzt Meta, hat junge Menschen auf seinen Plattformen nicht geschützt, sondern stattdessen bekannte Manipulationen, die eine echte Bedrohung für die physische und geistige Gesundheit darstellen, ignoriert oder in manchen Fällen verstärkt«, sagte Healey. Dabei habe der Online-Riese von diesen Risiken gewusst. Kinder seien so »im Interesse des Profits ausgebeutet« worden.

Verstößt Meta gegen US-Gesetze?

Healey und die Generalstaatsanwälte von Florida, Kalifornien, Kentucky, Nebraska, New Jersey, Tennessee und Vermont prüfen jetzt, ob der Konzern damit gegen Verbraucherschutzgesetze der Bundesstaaten verstoßen hat.

In den vergangenen Monaten war Facebook durch Enthüllungen auf Grundlage von Dokumenten und Aussagen seiner früheren Mitarbeiterin Haugen massiv unter Druck geraten. Demnach wusste das Unternehmen unter anderem, dass die Fotoplattform Instagram der psychischen Gesundheit von Mädchen schaden und beispielsweise Essstörungen und Depressionen fördern kann.

Der von Mark Zuckerberg gegründete Internetkonzern hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Der Konzern Facebook gab sich Ende Oktober mit Meta einen neuen Namen. Die Plattform Facebook selbst behält ihren Namen.

nck/AFP
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