Internet Defense League Web-Streikgemeinschaft will das Internet beschützen

Mit immer neuen Gesetzen wollen US-Politiker das Internet regulieren. Um künftig schneller Widerstand organisieren zu können, haben Aktivisten und Unternehmer nun eine Verteidigungsliga gegründet. Notfalls wollen sie ihre Websites mit Warnhinweisen pflastern.
Internet Defense League: Der Internet-Blackout soll nur der Anfang gewesen sein

Internet Defense League: Der Internet-Blackout soll nur der Anfang gewesen sein

Fasst unser Internet nicht an: Als US-Politiker sich Anfang des Jahres anschickten, ein umstrittenes Gesetz zur rigiden Durchsetzung von Copyrights im Web zu beschließen, blieben etliche Websites schwarz. Die Betreiber protestierten damit gegen Sopa (Stop Online Piracy Act) im Repräsentantenhaus und Pipa (Protect IP Act) im Senat. Auch Google und die Wikipedia unterstützten die Kampagne.

Die Kritiker fürchteten, die Gesetze würden einer Zensur des Netzes den Weg bereiten und dessen offene Struktur unterdrücken. Erst nach dem Online-Protest begann eine öffentliche Debatte, die Gesetze wurden nicht beschlossen. Doch auch neue Gesetze könnten in die Architektur des Web eingreifen. Um die Online-Massen künftig mobilisieren zu können, hat die Nutzer-Lobby Fight for the Future  nun ein neues Projekt gestartet.

Die Internet Defense League , die nach einem Bericht von "All Things D " in zwei Wochen offiziell vorgestellt wird, soll Website-Betreiber künftig im Krisenfall mit Warnhinweisen und Bannern ausstatten. Die entscheiden dann selbst, ob sie an den Protestaktionen teilnehmen wollen - und ob sie ihre komplette Seite für eine gewisse Zeit vom Netz nehmen oder einen Hinweis für die Besucher einbinden.

Die Verteidigungsliga wird unter anderem angeführt von der Netzaktivistin Tiffiniy Cheng (Fight for the Future) und dem Reddit-Mitgründer Alexis Ohanian. Sie nennen ihr Vorhaben "cat signal" - in Anlehnung an das Signal, mit dem Gotham City seinen Superhelden Batman zu Hilfe ruft, einem in die Wolken projizierten Logo. Ist das Internet künftig wieder einmal in Gefahr, sollen Nutzer überall im Web informiert werden und einschreiten.

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Anti-Sopa-Protest: Das Netz trägt schwarz

Zu den Websites, die sich der Liga bereits jetzt angeschlossen haben, zählen laut "All Things D" die Bloghosting-Plattform Wordpress, der Foto-Hoster Imgur, die Internet-Community Reddit, das Cheezburger Network sowie die Lobby-Organisationen Public Knowledge und Electronic Frontier Foundation. Außerdem soll der Gründer der Kleinanzeigenseite Craigslist dabei sein.

Wikipedia überlegt offenbar derzeit laut einem Bericht der "LA Times " noch, ob sie sich der Internet Defense League anschließen will. Auf der Website der Liga ist eine Weltkarte mit Stecknadeln in Nordamerika, Europa, im Nahen Osten und in Asien abgebildet - es könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich die Initiative nicht nur mit Gesetzesinitiativen in den USA beschäftigen könnte.

ore