Internetsperren Widerstand gegen britisches Piraten-Gesetz

Ein neues Gesetz zwingt britische Zugangsanbieter zu drakonischen Maßnahmen gegen Filme- und Musiksauger. Jetzt kündigt der Anbieter Talktalk Widerstand an: Wir sperren und verpetzen nur, wenn uns Gerichte dazu zwingen.
Copyright-Kampagne: In Großbritannien gilt ein restriktives Gesetz gegen Raubkopierer

Copyright-Kampagne: In Großbritannien gilt ein restriktives Gesetz gegen Raubkopierer

Foto: DDP

Raubkopierer aus dem Netz werfen, das ist in Großbritannien jetzt Aufgabe der Provider. Doch die gesetzlich verpflichteten Hilfspolizisten sind nicht alle begeistert. Eine Firma probt den Aufstand: Andrew Heaney, Manager des Anbieters Talktalk, kündigte im Firmenblog  Protest an. "Wenn wir aufgefordert werden, einem Kunden wegen angeblicher Copyright-Verstöße den Netzzugang zu sperren, werden wir uns weigern und den Rechteinhabern erklären, dass wir uns vor Gericht sehen."

Heaney versprach auch, Anfragen der Rechteindustrie nach Kundendaten nicht einfach so zu beantworten: "So lange uns kein Gerichtsbeschluss dazu zwingt, werden wir nie Daten unserer Kunden an Rechteinhaber weitergeben." Talktalk hat nach eigenen Angaben vier Millionen Kunden in Großbritannien.

Auf Druck der Rechteindustrie hatte das britische Parlament ein Gesetz gegen Online-Piraterie auf den Weg gebracht. Das Unterhaus beschloss Mittwochnacht die sogenannte Digital Economy Bill, mit der gegen illegale Downloads vorgegangen werden soll. Provider sollen Warnhinweise an ihre Kunden schicken und notorischen Raubkopie-Saugern in letzter Konsequenz den Internetzugang sperren.

mir
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