Möglicher Verstoß gegen EU-Recht Italiens Kartellbehörde eröffnet Ermittlungen gegen Google

Nach den USA verschärft nun auch Italien das Vorgehen gegen den Internetkonzern, weil er seine Marktmacht im Bereich Onlinewerbung missbrauchen soll. Die Polizei hat bereits italienische Google-Büros inspiziert.
Google-Büro in den USA (Archivbild)

Google-Büro in den USA (Archivbild)

Foto: NICHOLAS KAMM/ AFP

Italiens Wettbewerbshüter ermitteln gegen den Internetkonzern Google wegen des Verdachts auf Missbrauch seiner Marktmacht im Zusammenhang mit Onlinewerbung. Wie die Wettbewerbsbehörde in Rom am Mittwoch mitteilte, wurden entsprechende Untersuchungen gegen das Unternehmen eröffnet. Zusammen mit der Finanzpolizei seien am Vortag Inspektionen in den italienischen Büros von Google vorgenommen worden.

Bereits im vergangenen Jahr hatte eine italienische Organisation eine Beschwerde gegen Google eingereicht, wie Reuters berichtet.  In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die US-Regierung Google verklagt, weil der Konzern seine Monopolstellung missbrauchen soll.

Den Angaben der italienischen Kartellbehörde zufolge geht es um den Verdacht, dass Google mit seinen Praktiken beim Sammeln von Daten in Italien gegen die EU-Vorschriften über den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung (Artikel 102 AEUV) verstoßen könnte. Dadurch seien möglicherweise der Wettbewerb geschwächt und Verbraucherinteressen betroffen.

Es gehe um das Sammeln von Daten über Menschen, die Onlineartikel und die darum platzierte Werbung ansehen. Hier wird untersucht, ob Google seine technischen Fähigkeiten und seine Größe missbräuchlich ausnutzt. Die Behörde bezifferte den Gesamtumsatz des italienischen Onlinewerbemarkts im Jahr 2019 auf mehr als 3,3 Milliarden Euro.

Durch die sogenannten Cookies, mit denen Informationen auf den Rechnern der Nutzer gespeichert werden, könnten Werbetreibende, Agenturen und Werbevermittler wichtige Daten für die Konsumentscheidung des Benutzers von Internetseiten erfassen, erläuterte die Behörde. Diese Informationen könnten anschließend für personalisierte Kampagnen genutzt werden. Zusätzlich zu diesen Daten verfüge Google über mehrere Hilfsmittel, mit denen ein Interessenprofil von Nutzern ermittelt werden könne.

hpp/dpa

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