Ransomware Verschlüsselungstrojaner lähmt Stromversorger in Johannesburg

City Power, verantwortlich für die Stromversorgung in Johannesburg, ist Opfer einer Ransomware-Attacke geworden. Obwohl das Stromnetz selbst nicht betroffen ist, sitzen einige Kunden im Dunkeln.

Ausblick auf Johannesburg
DPA

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Die Website von City Power ist aktuell nicht erreichbar und Kunden können die Dienste des Stromversorgers im südafrikanischen Johannesburg nicht mehr in Anspruch nehmen. Der Grund hierfür: Die Firma ist Opfer eines Angriffs mit Ransomware geworden. Ein Virus verschlüsselt offenbar Datenbanken, Anwendungen und das Netzwerk des Unternehmens.

In einer Reihe von Tweets bestätigte City Power den Vorfall und entschuldigte sich bei seinen Kunden. Die IT-Abteilung sei bereits dabei, die Schäden zu bereinigen. Weitere Details zu der genauen Form des Angriffs oder zum Virus selbst nannte der Stromanbieter bisher nicht. Es ist nicht klar, ob eine Lösegeldforderung zur Entschlüsselung der Daten vorliegt und ob das Unternehmen plant, einer solche nachzugeben.

Die Systeme der Stromversorgung sind durch den Verschlüsselungstrojaner nicht direkt betroffen. Dennoch sitzen Kunden teilweise ohne Strom da, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Aktuell sei es nämlich nicht möglich, gegen Vorkasse Strom zu kaufen. Ist das Prepaid-Guthaben verbraucht, würde der Strom abgestellt.

Angriffe mit Ransomware häufen sich

Erpressungsversuche mit Verschlüsselungstrojanern kommen derzeit häufig vor. So wurde zum Beispiel die Hamburger Juwelierkette Wempe Anfang Juli Opfer einer solchen Attacke. Auch in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen des Roten Kreuzes in Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind Mitte Juli Server und Datenbanken verschlüsselt worden. Und 227 Bürgermeister in den USA verkündeten kürzlich, künftig kein Lösegeld an Erpresser zu zahlen, nachdem die Computersysteme verschiedener staatlicher Einrichtungen, Städte und Kreise in den USA mit Ransomware infiziert worden waren.

cva

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insgesamt 11 Beiträge
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Hans58 25.07.2019
1.
Da nach lokalen Informationen nur Prepaid-Kunden betroffen sind, die "auftanken" wollen, ist es heute zu leichten Unmutsäußerungen in Johannesburg gekommen. Der 25. eines Monats ist Zahltag für viele Südafrikaner und zu den ersten Einkäufen gehört der Kauf von Strom. Die Regierung will auch die Stromkunden auf "prepaid" umstellen, die bis heute noch eine monatliche Abrechnung erhalten. Damit soll verhindert werden, dass Stromversorger auf ihre Kosten sitzen bleiben.
chrismuc2011 25.07.2019
2.
Die Johannesburger sind flexibel und vor Allem schnell. Die einen haben bestimmt schon bei einem Nachbar Strom abgezapft. Und die Stromversorger, insbesondere Escom, sind nach meinen Erfahrungen sehr fix. Bei unserer Wohnanlage wurde ein durchgeschmortes Kabel innerhalb von 3 Stunden in einer Sonntagnacht "gefixt". In Deutschland müsste man da mindestens bis Montag warten, in Berlin bis Montag der übernächsten Woche.
Oberleerer 25.07.2019
3.
Zitat von chrismuc2011Die Johannesburger sind flexibel und vor Allem schnell. Die einen haben bestimmt schon bei einem Nachbar Strom abgezapft. Und die Stromversorger, insbesondere Escom, sind nach meinen Erfahrungen sehr fix. Bei unserer Wohnanlage wurde ein durchgeschmortes Kabel innerhalb von 3 Stunden in einer Sonntagnacht "gefixt". In Deutschland müsste man da mindestens bis Montag warten, in Berlin bis Montag der übernächsten Woche.
In Deutschland würde ein Stromkabel nicht durchschmoren. Es gibt Normen und Abnahmeverfahren, die die ordnungsgemäße Arbeit sicherstellen.
urmel_99 25.07.2019
4.
Zitat von OberleererIn Deutschland würde ein Stromkabel nicht durchschmoren. Es gibt Normen und Abnahmeverfahren, die die ordnungsgemäße Arbeit sicherstellen.
In Deutschland würde ein Krankenhaus nicht von Ransomware befallen. Es gibt nicht nur Normen und Abnahmeverfahren, sondern auch Gesetze, die den ordnungsgemäßen Datenschutz sicherstellen! Na, was gemerkt?...
Oberleerer 25.07.2019
5.
Zitat von urmel_99In Deutschland würde ein Krankenhaus nicht von Ransomware befallen. Es gibt nicht nur Normen und Abnahmeverfahren, sondern auch Gesetze, die den ordnungsgemäßen Datenschutz sicherstellen! Na, was gemerkt?...
Ja, Rechentechnik ist Neuland. Elektrizität ist aber "eisenbahnfest". Wo ist jetzt da der Widerspruch?
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