WikiLeaks-Gründer Assange scheitert mit Bitte um Asyl in Frankreich

In einem offenen Brief hat Julian Assange den französischen Präsidenten François Hollande um Asyl ersucht. Der Élyséepalast reagierte schnell.

Julian Assange in London: Seit 2012 lebt er in der Botschaft Ecuadors
DPA

Julian Assange in London: Seit 2012 lebt er in der Botschaft Ecuadors


Frankreich hat ein Asyl-Ersuchen von WikiLeaks-Gründer Julian Assange abgelehnt. "Die Situation von Herrn Assange zeigt keine unmittelbare Gefährdung. Zudem liegt gegen ihn ein europäischer Haftbefehl vor", teilte die Präsidentschaft mit.

Der Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks hatte den französischen Präsidenten François Hollande zuvor um Aufnahme in Frankreich gebeten. "Nur Frankreich ist heute in der Lage, mir den nötigen Schutz gegen die politischen Verfolgungen - und nur diese - zu geben, deren Ziel ich bin", schrieb Assange in einem offenen Brief, den die Zeitung "Le Monde" am Freitag veröffentlichte.

Der 44-jährige Australier sitzt seit drei Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Dorthin war er im Juni 2012 geflohen, nachdem er alle Rechtsmittel gegen eine mögliche Auslieferung nach Schweden ausgeschöpft hatte.

Schweden fordert seit dem Jahr 2010 die Auslieferung Assanges, um ihn zu Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung zu verhören. Assange bezeichnet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als politisch motiviert und fürchtet, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats drohen könnte.

WikiLeaks hatte Tausende geheime amerikanische Botschaftsdepeschen veröffentlicht. Aktuell sorgt die Plattform mit Enthüllungen von Abhöraktionen des US-Geheimdienstes NSA gegen französische Präsidenten und deutsche Ministerien erneut für Schlagzeilen.

mak/AFP/dpa

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