Kim Dotcom Entscheidung über Auslieferung frühestens im März 2013

Ob Neuseeland den Megaupload-Gründer Kim Dotcom wie gewünscht an die USA ausliefert, entscheidet sich wohl frühestens im März 2013. Dotcom will sich gegen eine Auslieferung wehren.

Dotcom (im Februar 2012): Darf vorerst bei seiner Familie bleiben
AFP

Dotcom (im Februar 2012): Darf vorerst bei seiner Familie bleiben


Wellington - Erst im kommenden März soll die Anhörung stattfinden: Das Verfahren um die Auslieferung von Kim Dotcom alias Kim Schmitz von Neuseeland an die USA verschiebt sich weiter. Das berichtet unter anderem der "New Zealand Herald". Der Gründer der inzwischen gesperrten Seite Megaupload wehrt sich gegen die Auslieferung.

Eigentlich hatte das Anhörungsverfahren im August 2012 beginnen sollen. Der Grund für die Verschiebung seien juristische Streitfragen und Verfahren rund um die Schließung von Megaupload und den Verbleib beschlagnahmter Daten. Auf die hätte Dotcoms Verteidigung gerne Zugriff, das FBI wehrt sich dagegen.

US-Behörden werfen Dotcom und seinen Mitarbeitern vor, Copyright-Inhaber in großem Stil um ihre Einkünfte gebracht zu haben. Megaupload sei einer der größten Umschlagplätze für illegale Kopien von Musik und Filmen gewesen. Den Rechteinhabern sei eine halbe Milliarde Dollar Schaden entstanden.

Dotcom weist die Vorwürfe zurück und wehrt sich gegen die Auslieferung. Bei der Festnahme waren Konten und Wertgegenstände im mehrstelligen Millionenwert sichergestellt worden - dabei waren Durchsuchung und Beschlagnahmung illegal, wie ein Gericht unterdessen festgestellt hat. Trotzdem werden wohl Beweise aus der Aktion vor Gericht verwendet werden können.

Dotcom darf sich derzeit bei seiner Familie in seinem Haus nördlich von Auckland aufhalten. Nach seiner Festnahme im Januar war er vier Wochen im Gefängnis, ehe er gegen Zahlung einer Kaution unter strengen Auflagen freigelassen wurde. Der Megaupload-Gründer unterhält unterdessen ein wachsendes Publikum via Twitter. Kürzlich sorgte er für Schlagzeilen, als er einen ihm unbekannten Twitterer spontan zum Segway-Fahren und Baden auf sein Anwesen einlud.

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Megaupload: Der Millionär und sein Fuhrpark

ore/dpa



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