Kinderpornografie Verdächtiger nach Hinweis von Microsoft festgenommen

Nicht nur Google scannt E-Mails seiner Nutzer auf Bilder von Kindesmissbrauch. In den USA wurde jetzt ein Mann festgenommen, der über Microsoft-Dienste einschlägige Fotos verschicken wollte.
Microsoft-Logo: Hilfe beim Kampf gegen Kindesmissbrauch

Microsoft-Logo: Hilfe beim Kampf gegen Kindesmissbrauch

Foto: AP/dpa

Hamburg - Microsoft gab einem Bericht der BBC zufolge Informationen über den Mann an die sogenannte Cyber Tipline des US-amerikanischen National Center for Missing and Exploited Children weiter. Die Organisation informierte ihrerseits die Polizei. Der Mann hatte dem Bericht zufolge in seinem Microsoft-Cloudspeicher OneDrive ein Bild gespeichert, das offenbar in einschlägigen Datenbanken mit bekannten Abbildungen von Kindesmissbrauch auftaucht.

Die BBC berichtet  von Gerichtsdokumenten, die zeigen sollen, dass der Mann anschließend offenbar über seinen Live.com-E-Mail-Account zwei weitere Bilder hatte verschicken wollen. Am 31. Juli wurde der Mann dem Bericht zufolge festgenommen. Er gestand demnach, einschlägige Bilder über "ein Mobilfunkgerät" mit anderen ausgetauscht zu haben. Er habe dazu einen Chat-App namens Kik-Messenger benutzt.

Die BBC zitiert einen Polizeibeamten, der den Fall im Grundsatz bestätigte, aber keine weiteren Details mitteilen wollte. Der Beamte habe aber erwähnt, dass ihm auch andere Fälle bekannt seien, in denen "Internetanbieter" ähnliche Details weitergegeben hätten. Am Montag war bekannt geworden, dass in den USA ein weiterer Mann aufgrund von Bildern sexuellen Missbrauchs an Kindern in seinem Gmail-Account verhaftet worden war.

Sowohl Microsoft als auch Google betreiben Datenbanken mit sogenannten Hash-Werten bekannter kinderpornografischer Abbildungen. Dazu wird ein Bild auf ein simples Schwarz-Weiß-Raster reduziert, dieses wird dann in einen Zahlenwert umgerechnet. Auf der Basis solcher Fingerabdruckdaten lässt sich das gleiche Bild automatisiert identifizieren, wenn es an anderer Stelle wieder auftaucht.

Microsoft teilte im Zusammenhang mit dem Fall mit: "2009 haben wir dabei geholfen, PhotoDNA zu entwickeln, eine Technologie, die dazu dient, die Ausbreitung von Bildern missbrauchter Kinder zu unterbrechen, über die wir dem National Center for Missing and Exploited Children berichterstatten, wie das Gesetz es vorsieht."

In Microsofts US-Nutzungsbedingungen steht explizit: "Wir setzen automatisierte Technologien ein, um Kinderpornografie oder missbräuchliches Verhalten aufzuspüren, das unseren Systemen, unseren Kunden oder anderen schaden könnte."

cis
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