Korruptionsverdacht Apple-Manager wegen Vorteilsnahme angeklagt

Paul D. hatte eine einflussreiche Stelle im Einkauf von Apple - und er soll kräftig die Hand aufgehalten haben: Gegen Zahlung von insgesamt mindestens einer Million Dollar lieferte er Informationen, die Zulieferern Zuschläge bei der Auftragsvergabe verschafften. Jetzt steht der Mann vor Gericht.

Ein Mitarbeiter des Computerherstellers Apple soll Geschäftsgeheimnisse an asiatische Firmen weitergegeben und dafür mindestens eine Million Dollar kassiert haben. Der als Einkäufer beschäftigte Paul D. sei daher der Korruption angeklagt worden, berichtete das "Wall Street Journal" am Sonntag. Demnach lieferte der ranghohe Manager sechs Firmen in China, Südkorea und Singapur vertrauliche Informationen, mit deren Hilfe diese Zuschläge bei der Auftragsvergabe ergattern konnten - ein klassisches "Kickback".

Darunter versteht man korrupte Geschäftspraktiken, bei denen sich ein Geschäftspartner (oder Angestellter einer Firma) als Gegenleistung für geldwerte Leistungen einen Teil davon "unter dem Tisch" wieder auszahlen lässt. Bei Vertragsverhandlungen über Zulieferungen können solche Informationen beispielsweise darin bestehen, dass die Schmiergelder zahlenden Bieter über die Gebote ihrer Konkurrenten informiert werden, um diese gezielt knapp unterbieten zu können. Die Aufträge vergebende Firma bekommt so unter Umständen nicht die Preise geboten, die sie in einem reellen Verfahren hätte erzielen können.

Paul D. begann laut Anklage 2006, Firmen wie Cresyn in Südkorea, Kaedar Electronics in China und Jin Li in Singapur mit Infos zu versorgen, die den Zulieferern Vertragsverhandlungen mit Apple erleichtern sollten, wie die Zeitung berichtete. Das Schmiergeld dafür ließ er sich demnach in kleinen Summen auf ein Konto seiner Frau ausbezahlen. Einen Teil des Geldes habe er mit einem Angestellten der Firma Jin Li geteilt. Insgesamt soll D. mehr als eine Million Dollar (780.000 Euro) von den Firmen bekommen haben.

Auf die Schliche kam Apple seinem Manager dem Bericht zufolge durch E-Mails, die Devine von seinem Firmenlaptop aus verschickte. Demnach wurde der Mann am Donnerstag festgenommen. Die Anklage eines US-Bundesgerichts laute auf Betrug, Geldwäsche und illegale Geldtransaktionen. Der Beschäftige der Firma Jin Li sei wegen Betrugs und Verschwörung angeklagt worden.

pat/AFP
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