Streit um Krim Apple lenkt bei Darstellung seiner Weltkarte ein

Seit Kurzem wird Apple-Nutzern in Russland die Krim als russisches Staatsgebiet angezeigt - sehr zum Ärger der ukrainischen Nachbarn. Nun will der US-Konzern den Fall überprüfen.

Screenshot von einem iPad: Wer in Moskau ist, sieht die Krim nun als Teil Russlands
Ulf Mauder / DPA

Screenshot von einem iPad: Wer in Moskau ist, sieht die Krim nun als Teil Russlands


"Globale Politik ist nicht Ihre Stärke": Mit deutlichen Worten hatte sich der ukrainische Außenminister Wadim Pristaiko zuletzt an Apple gewandt. Nun scheint der Konzern einzulenken und will seine umstrittene Entscheidung überprüfen. Apple hat die von Moskau annektierte ukrainische Halbinsel Krim bei seinem Routenplaner und der Wetter-App für russische Nutzer als russisches Gebiet ausgewiesen.

"Wir werden die Frage, wie wir umstrittene Grenzen in unseren Diensten ausweisen, nochmals genauer untersuchen", erklärte der US-Technologiekonzern am Samstag.

Google ordnet die Krim nicht zu

Nutzern in Russland wird die "Autonome Republik Krim" seit vergangener Woche mit dem Zusatz "Russland" angezeigt. Russland hatte unter Androhung hoher Strafen auch von Google immer wieder gefordert, die Kartenbezeichnungen zu ändern. Google hingegen ordnet die Krim in seinen Diensten keinem Land zu.

Mehrere russische Medien titelten daraufhin, dass Apple die Krim als russisch anerkenne. Die ukrainische Regierung reagierte empört und warf dem US-Konzern vor, sich einen "Dreck um den Schmerz des ukrainischen Volks zu scheren".

Mit harten Sanktionen bestraft

Pikant ist der Fall, weil die USA neben der EU Sanktionen gegen Russland wegen der Krim-Annexion verhängt haben. Unternehmen, die Russland in der Krim-Frage entgegenkommen, werden in aller Regel mit harten Sanktionen des Westens bestraft.

Der ukrainische Außenminister Wadim Pristaiko hatte verärgert auf die Änderung reagiert:

Per Twitter forderte er die Technologiefirma zum Umdenken auf und bezeichnete die Krim als "Herzstück" seines Landes. Die Firma solle bei dem bleiben, womit sie sich auskenne: Hochtechnologie und Unterhaltung. "Globale Politik ist nicht Ihre starke Seite", schrieb der Diplomat. Apple ist in der Ukraine - anders als in Russland - nicht vertreten.

lmd/AFP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.