Künstliche Intelligenz KI-Überwachung soll noch in diesem Jahr starten - mit acht Stellen

Die Bundesregierung plant ein "KI-Observatorium", das Anwendungen von künstlicher Intelligenz überprüfen soll. Bis es wie ein TÜV funktioniert, wird es aber dauern - auch weil der Aufbau langwierig sein wird.
Prost Mahlzeit, KI übernimmt Jobs von Menschen. Der Makr Shakr etwa ist ein Cocktail-Roboter und wird in der Ausstellung "AI: More than Human" gezeigt

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Foto: Ben STANSALL/AFP

Im Börsenhandel, in der Produktion, der Logistik und vielen anderen Wirtschaftsbereichen sind Anwendungen mit künstlicher Intelligenz (KI) längst im Einsatz - und ständig kommen weitere hinzu. Welche Folgen das für Arbeit und Gesellschaft hat, soll ein "KI-Observatorium" im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) untersuchen.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") nun zuerst schrieb , soll es noch dieses Jahr seine Arbeit aufnehmen und Anfang 2020 offiziell von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) vorgestellt werden.

Angekündigt wurde die Einrichtung des Observatoriums bereits vor einem Jahr , als eine der Maßnahmen der "nationalen KI-Strategie"  der Bundesregierung. Nach SPIEGEL-Informationen werden dafür zunächst rund acht Stellen geschaffen, und zwar in der Denkfabrik "Digitale Arbeitsgesellschaft" im BMAS.

Der "KI-TÜV" ist noch weit weg

Verbote von "ethisch nicht vertretbaren Anwendungen", wie die "SZ" schreibt, werden dort zunächst nicht ausgesprochen. Bevor das Observatorium wie ein "KI-Tüv" arbeiten kann, wie es angedacht ist, muss es erst regulatorische Fragen beantworten.

So soll das Observatorium zwar vorrangig KI-Anwendungen im Wirtschafts- und Arbeitsleben unter die Lupe nehmen, nicht zuletzt im Einzelhandel sowie im Banken-, Kredit- und Finanzwesen. Aber unter welchen Bedingungen es überhaupt möglich wäre, derartige proprietäre Anwendungen isoliert zu analysieren und zu bewerten, muss die Einrichtung erst noch ausarbeiten, heißt es aus dem Ministerium.

Die Analyse konkreter Anwendungen wird möglicherweise auch erst beginnen, wenn das Observatorium von einem noch zu schaffenden "Bundesinstitut für KI als zentrale Klassifizierungs- und Zertifizierungsinstanz" ersetzt wird, von dem im Ministerium die Rede ist.

Die deutsche Einrichtung soll nicht die einzige ihrer Art werden. Die SZ schreibt, es solle "enge Abstimmung mit Europäischer Kommission und OECD" geben. Gespräche darüber laufen bereits, wie der SPIEGEL erfuhr. Ziel ist es, ein europaweites Netz von KI-Bewertungsstellen aufzubauen.

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