Libyen Google benennt Grünen Platz um

Im Netz wenigstens ist der Umbruch schon vollzogen: Auf Googles Internet-Weltkarte Google Maps heißt der Grüne Platz im Zentrum von Tripolis schon wieder "Platz der Märtyrer" - so wie vor der Ära Gaddafi.

Grüner Platz in Tripolis (pro-Gaddafi-Aufmarsch im Juli 2011: Umbenannt in Google Maps
REUTERS

Grüner Platz in Tripolis (pro-Gaddafi-Aufmarsch im Juli 2011: Umbenannt in Google Maps


Die ersten Gratulanten haben sich schon eingefunden. "Gut gemacht, Libyer!", schreibt einer, "und jetzt baut euer Land und eure Leben wieder auf - alles Gute für euch!". Ein anderer gratuliert Google dazu, "hier für Aktualität zu sorgen". Der Ort, an dem sich die Gratulanten versammelt haben, ist virtuell, eigentlich geht es um nicht mehr als ein paar Worte. Google hat in seiner Maps-Anwendung im Netz schon einmal Tatsachen geschaffen, während in Libyens Hauptstadt Tripolis der Umbruch noch in vollem Gange und die Lage alles andere als geklärt ist.

Google Maps hat den zentralen Platz in der libyschen Hauptstadt wieder dessen ursprünglichen Namen verliehen. Der Platz heißt auf der Online-Karte nun wieder "Martyrs' Square" (Märtyrerplatz) und nicht mehr "Green Square" (Grüner Platz), wie ihn Machthaber Muammar al-Gaddafi einst getauft hatte. Google nahm die Änderung am späten Sonntagabend auf Anregung eines Nutzers vor, wenige Stunden bevor die Aufständischen nach Tripolis vordrangen.

Der Platz war in den vergangenen Monaten immer wieder für demonstrative Aufmärsche von Unterstützern des Gaddafi-Regimes genutzt worden. Mittlerweile ist fast die ganze Hauptstadt in den Händen der Aufständischen. Doch auch nachdem die Rebellen am Sonntag und Montag beinahe ganz Tripolis eingenommen haben, war der Verbleib von Machthaber Muammar al-Gaddafi unklar. Er sei längst geflohen, mutmaßten die einen, darunter auch internationale Stimmen - andere glauben, er halte sich noch irgendwo in der Stadt versteckt. Nach Mitternacht deutscher Zeit meldete der TV-Sender al-Arabija, die Nato habe mit dem Bombardement der Gaddafi-Residenz begonnen. Er berief sich auf Zeugen aus dem Rebellen-Lager, die die Explosionen gehört haben wollen.

cis/dpa

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