Umstrittene Persönlichkeit Linux-Erfinder nimmt Auszeit

Linus Torvalds ist der Vater des freien Betriebssystems Linux - und bekannt für seine Wutausbrüche. Jetzt will er außer Linux auch sich selbst als Mensch weiterentwickeln.
Linus Torvalds

Linus Torvalds

Foto: Lehtikuva Lehtikuva/ REUTERS

Der für seinen schroffen Umgangston berüchtigte Erfinder des freien Betriebssystems Linux, nimmt eine Auszeit, um an sich zu arbeiten. Er sehe ein, dass seine leichtfertigen Attacken in E-Mails unprofessionell gewesen seien, "besonders wenn ich persönlich geworden bin", schreibt Linus Torvalds in den Notizen zur aktuellen Linux-Version . Er entschuldige sich bei allen, die sein Verhalten verletzt oder möglicherweise sogar von der Arbeit an Linux abgeschreckt habe. Torvalds ist seit den Neunzigerjahren der führende Entwickler des Linux Kernel - der Basis von Linux-Systemen.

Seine Auszeit sei keine nach dem Motto "Ich bin ausgebrannt, ich muss mal einfach mal weg", betont Torvalds: "Ich habe nicht das Gefühl, dass ich nicht weiter an Linux arbeiten will. Ganz im Gegenteil."

Torvalds betonte, seine Attacken erschienen ihm im Tagesgeschäft angemessen angesichts des Ziels, neue Versionen fertig zu kriegen. Es sei für ihn schon sein Leben lang schwierig, Emotionen anderer zu deuten. Jetzt erkenne er aber, dass sich in der Gemeinschaft der Linux-Entwickler viel Unzufriedenheit über sein Verhalten angesammelt habe.

Von Torvalds sind zahlreiche Beschimpfungen dokumentiert, erst 2017 schrieb er etwa, "manche Sicherheitsleute" seien "verdammte Idioten". In der Vergangenheit hat er auch Begriffe wie "masturbierende Affen" benutzt. In Richtung der Tech-Firma Nvidia zeigte Torvalds auf einer Bühne mal seinen Mittelfinger, mit den Worten "Fickt euch!" . 2014 hatte Torvalds seinen Umgangston bei einem Podiumsgespräch noch verteidigt .

mbö/dpa
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