Facebook-Skandal Datenschützer durchsuchen Cambridge Analytica

In der Affäre um Datenmissbrauch von Facebook-Nutzern haben Ermittler Cambridge Analytica durchsucht. Das britische Analyseunternehmen soll US-Wähler mit unerlaubter Werbung für Donald Trump beeinflusst haben. 
Mitarbeiter der britischen Datenschutzbehörde

Mitarbeiter der britischen Datenschutzbehörde

Foto: Yui Mok/ AP

Im Facebook-Datenskandal ist der Londoner Sitz der Analysefirma Cambridge Analytica durchsucht worden. Rund 18 Mitarbeiter der britischen Datenschutzbehörde ICO durchsuchten am Freitagabend die Büros des Unternehmens, wie britische Medien berichteten.

Zuvor hatte ein Richter am Londoner High Court einen Durchsuchungsbeschluss ausgestellt. Dieser war von der Leiterin der Datenschutzbehörde, Elizabeth Denham, beantragt worden.

Cambridge Analytica steht im Zentrum des Skandals um den mutmaßlichen Datenmissbrauch bei Facebook. Das Analyseunternehmen soll die Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern illegal für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump ausgewertet und eingesetzt haben. Die Affäre hat international zu scharfer Kritik an Facebook geführt.

US-amerikanische und europäische Regierungschefs haben Erklärungen dafür gefordert, wie die britische Beraterfirma an die Daten gekommen ist und weshalb Facebook es versäumte, seine Nutzer über das Leck zu informieren.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte eingestanden, dass das Unternehmen Fehler im Umgang mit den Daten von rund 50 Millionen Nutzern gemacht habe. Er versprach Schritte einzuleiten, um den Zugriff auf Daten zu erschweren. Unternehmen wie Tesla, die Commerzbank und Mozilla hatten zuvor ihre Facebook-Seiten stillgelegt.

ans/AFP/Reuters