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Pidgin und OTR: So chatten Sie verschlüsselt

Foto: Corbis

Schutz gegen Internet-Spione So chatten Sie verschlüsselt

Nicht nur E-Mails, auch Instant-Messaging-Chatnachrichten im Stile von ICQ oder AIM kann man verschlüsselt austauschen. Das ist recht einfach, sehr komfortabel und komplett kostenlos. Wir erklären, wie es geht.

Angesichts der Überwachungsprogramme des amerikanischen Geheimdienstes NSA und des britischen GCHQ erscheint es ratsam, sich im Internet besser zu schützen. Wer sich im Netz zumindest etwas sicherer bewegen möchte, kann verschiedene Vorsichtsmaßnahmen ergreifen - etwa das Betriebssystem wechseln, nur noch mit einem Anonymisierungstool surfen oder seine Kommunikation verschlüsseln. Wir stellen Ihnen nach und nach einige nützliche Werkzeuge vor.

Kürzlich haben wir Ihnen in einem Tutorial erklärt, wie Sie Ihre E-Mails mit kostenloser Software verschlüsseln und somit verhindern, dass sie auf dem Transportweg von Dritten gelesen werden. Doch E-Mail ist ja nicht die einzige gängige Form von Internetkommunikation - viele Menschen nutzen zum schnellen Austausch etwa Chatclients.

Doch auch Chatclients sind nicht sicher vor den Überwachern. AOL, der Betreiber des AIM-Systems, gehört sogar zu den Unternehmen, deren Logos auf den Prism-Folien der NSA auftauchen, die Edward Snowden enthüllt hat.

Es gibt aber Möglichkeiten, sicher und dennoch komfortabel zu chatten. Wer den sogenannten XMPP-Standard (früher: Jabber) nutzt, hat die Möglichkeit, seine Chats jederzeit und mit sehr geringem Aufwand zu verschlüsseln. Wer einen XMPP-Client statt AIM, ICQ oder einem anderen Messenger nutzt, hat dadurch sogar Vorteile: Der Pidgin-Client , den wir Ihnen hier vorstellen, beherrscht auch alle anderen gängigen Chat-Protokolle. Sogar seinen Facebook-Chataccount kann man über Pidgin ansteuern.

Sie können also Ihre AIM-, Facebook- oder ICQ-Buddyliste behalten, den Account in Pidgin importieren und parallel einen neuen Jabber-Account betreiben, über den sich dann veschlüsselte Chats abwickeln lassen. Die Buddylisten der unterschiedlichen Accounts führt Pidgin zu einer einzigen zusammen. Das Programm macht also jedem, der auf verschiedenen Plattformen parallel chattet, das Leben leichter.

Viel einfacher als verschlüsselt E-Mails zu verschicken

Pidgin lässt sich, ähnlich wie man das von Browsern kennt, über Plug-ins mit zusätzlichen Funktionen erweitern. Eine davon heißt "Off the Record"  (OTR). Wer dieses Plugin installiert, kann mit Partnern, die ebenfalls XMPP und OTR nutzen, verschlüsselt chatten.

Das ist mit der Software-Kombination, die wir ihnen in der Fotostrecke Schritt für Schritt erklären, sehr einfach - viel einfacher, als verschlüsselte E-Mails zu verschicken und zu empfangen. Wer also regelmäßig Chats nutzt, auf Privatsphäre Wert legt und ein Zeichen gegen die allgegenwärtige Überwachung des Netzes setzen will, sollte über einen Wechsel nachdenken.

Pidgin läuft auf Windows- und Linux-Rechnern. Wer einen Mac nutzt, kann stattdessen den ebenfalls auf Open-Source-Software basierenden Adium -Client nutzen. Auch der beherrscht eine Vielzahl von Chatprotokollen, erlaubt aber eben auch verschlüsselte Chats über XMPP, ebenfalls über OTR.

XMPP-fähige Software gibt es übrigens auch für iOS und Android. Auch von einem Mobilgerät kann man also mit seinen Buddies chatten. Sogar verschlüsselte Chats sind vom Handy oder Tablet möglich - Sicherheitsexperten raten dabei allerdings zur Vorsicht. Wegen der Intransparenz von iOS und Android und deshalb, weil einem ein Handy leicht abhanden kommen kann, und ein unehrlicher Finder dann Zugriff auf den eigenen Chatclient hätte.

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