Netzausbau bis Ende 2020 99 Prozent der Haushalte bekommen LTE

Viele Handynutzer warten auf 5G - andere haben aber noch nicht einmal LTE. Jetzt gibt es feste Zusagen der Mobilfunkanbieter zum Netzausbau. Funklöcher wird es aber weiter geben.
Sendemast für das Mobilfunknetz

Sendemast für das Mobilfunknetz

Foto: Matthias Balk/ picture alliance/dpa

Mit einem zusätzlichen Netzausbau soll die Zahl der Funklöcher für Handynutzer in Deutschland vor allem auf dem Land verringert werden. Der Bund schloss dazu Verträge mit den Mobilfunknetzbetreibern Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sprach von einer "Ausbauoffensive" für ländliche Räume.

Konkret sehen die Verträge eine Versorgung von 99 Prozent der Haushalte bundesweit mit LTE bis Ende 2020 vor und von 99 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland bis 2021 - also auch in Flächenländern. Damit soll die Versorgung gerade in ländlichen Räumen verbessert werden. Allerdings beziehen sich die Ausbauziele auf die Zahl der Haushalte - und nicht auf die Fläche. Und: Da es nur um 99 und nicht um 100 Prozent Versorgung geht, wird es weiter Orte geben, an denen eine zeitgemäße Mobilfunkversorgung ganz fehlt.

Im Gegenzug ermöglicht der Bund den Netzbetreibern nun laut Ministerium, ihre Zahlungspflichten aus der 5G-Frequenzauktion 2019 mit jährlichen Raten über einen Zeitraum bis 2030 zu strecken. Im Juni waren 5G-Frequenzblöcke versteigert worden, und zwar an die vier Provider Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch. Sie zahlten insgesamt 6,55 Milliarden Euro.

Scheuer sagte, für die neuen Ziele sollten mehr als 1400 neue Mobilfunkmasten errichtet werden. "Das ist ein klares Signal, dass der Mobilfunkausbau in bislang unterversorgten Regionen mit voller Kraft vorangetrieben wird."

Ausbaugeschwindigkeit soll deutlich erhöht werden

Bereits jetzt gilt für die Netzbetreiber eine Verpflichtung, bis Januar 2020 deutschlandweit 98 Prozent der Haushalte mit mobilem Breitband zu versorgen. Diese Bedingung war ihnen bei der Versteigerung von Frequenzen im Jahr 2015 auferlegt worden. Nun sollen es also 99 Prozent der Haushalte sein. Scheuer hatte im Juli 2018 gesagt, damit könnten eine halbe Million Haushalte zusätzlich ans Mobilfunknetz angeschlossen werden.

Beim nun beschlossenen Ausbau wollen die Mobilfunkbetreiber untereinander stärker zusammenarbeiten und sich die finanzielle Belastung teilen. Die geplanten mindestens 1400 zusätzlichen Mobilfunkmasten sollen für eine Nutzung durch jeden Betreiber offenstehen. Der Chef von Vodafone Deutschland, Hannes Ametsreiter, sagte, mit dem Mobilfunkpakt werde die Ausbaugeschwindigkeit deutlich erhöht.

"Nun haben wir Planungssicherheit"

Telekom-Deutschlandchef Dirk Wössner sagte: "Ein Jahr nach dem Mobilfunkgipfel haben wir einen entscheidenden Schritt gemacht, um Funklöcher zu schließen." Im Gegenzug bestehe Einigkeit über die Zahlungsmodalitäten für die Vergabe der 5G-Lizenzen. "Das ist wichtig. Denn nun haben wir Planungssicherheit und können mit 5G loslegen."

Im Zusammenhang mit der 5G-Auktion hatte es bereits weitere Ausbauvorgaben gegeben, zum Beispiel zur Versorgung an Autobahnen, Bund- und Landstraßen sowie allen Zugstrecken und wichtigen Wasserstraßen.

mbö/dpa
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