Yahoo als neuer Partner Mozilla macht sich von Google frei

Hunderte Millionen hat der Firefox-Entwickler Mozilla von Google bekommen. Jetzt läuft der Vertrag aus - und die Organisation präsentiert einen neuen Partner für die kommenden fünf Jahre: den Webkonzern Yahoo.
Firefox-Logo: Neuer Geldgebeber anstelle von Google

Firefox-Logo: Neuer Geldgebeber anstelle von Google

Foto: Mozilla Foundation/ DPA

Yahoo ist neuer Partner für Mozilla. Das teilten die Firma und die Organisation in einem Blogeintrag  in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag mit. Damit ist Yahoo statt Google in den nächsten fünf Jahren in den USA die Standardsuche im Firefox-Browser. Der Deal mit Google stand aktuell zur Erneuerung an. Wie viel Geld Yahoo an Mozilla zahlt, wurde zunächst nicht bekannt.

Künftig werde es nicht mehr den einen weltweiten Partner für die Suche geben, so eine Mozilla-Sprecherin auf Anfrage. Neben Google und Yahoo hätten sich weitere Partner angeboten. In China wird Baidu, in Russland Yandex die Standardsuchmaschine im Firefox. In Deutschland bleibt es hingegen bei Google.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer, selbst eine ehemalige Google-Managerin, sagte, sie könne es kaum erwarten, zusammen mit Mozilla an Neuerungen zu arbeiten. Der erste Schritt: Im Dezember sollen Nutzer in den USA die neue Suche präsentiert bekommen. Die Yahoo-Suche basiert auf Microsoft Bing. Außerdem will Yahoo respektieren, wenn Nutzer nicht zu Werbezwecken ausgeforscht werden wollen.

Jahrelang am Tropf von Google

Mozilla leitet die Entwicklung des Firefox-Browsers und des mobilen Betriebssystems Firefox OS. Die Non-Profit-Organisation setzt sich für ein offenes und sicheres Internet ein.

Mit dem unabhängigen Firefox-Browser hatte Mozilla einst das Monopol des Internet Explorers von Microsoft gebrochen. Der Firefox, dessen Quellcode jeder einsehen kann, hat gerade seinen zehnten Geburtstag gefeiert. Nun will Mozilla mit einem eigenen Mobil-Betriebssystem eine offene Alternative zu Apples iOS und Googles Android aufbauen.

In den vergangenen Jahren kam der allergrößte Teil der Einnahmen stets von Google. Der Konzern zahlte dafür, dass die Google-Suche standardmäßig im Firefox voreingestellt war. Mittlerweile bietet Google mit Chrome selbst einen erfolgreichen Browser an und wirbt gezielt bei Firefox-Nutzern für einen Umstieg.

Kritik an Nähe zu Google

Schon früh musste Mozilla Kritik für die Partnerschaft mit Google einstecken. Im Jahr 2007 fragte sich die "New York Times" , ob das Geld von Google dem Firefox nicht schade. In dem Jahr zahlte Google 81 Millionen Dollar an Mozilla.

Im Jahr 2012, der Vertrag war im Vorjahr neu verhandelt worden, waren es dann schon 280 Millionen Dollar . "Schmutziges Geld" für eine "ungleiche Ehe", so harsch kritisierte "Heise"  den Deal damals. Die gesamten Einnahmen von Mozilla beliefen sich in dem Jahr auf 311 Millionen Dollar.

Anmerkung der Redaktion: Die Geschäftsführerin von SPIEGEL ONLINE, Katharina Borchert, sitzt im Verwaltungsrat der Mozilla Corporation.

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