Netzgipfel Obama trifft Jobs, Zuckerberg und Schmidt

US-Präsident Barack Obama sucht Rat bei den Giganten der Netzwirtschaft: In einer Spitzenrunde will er mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Google-Chef Eric Schmidt und Apple-Gründer Steve Jobs über Strategien zur Belebung des Arbeitsmarktes beraten. Vielleicht aber auch über Datenschutz.

US-Präsident Obama: Treffen mit Internet-Firmenlenkern
AFP

US-Präsident Obama: Treffen mit Internet-Firmenlenkern


Washington - Auf der Suche nach der richtigen Wirtschaftspolitik holt sich US-Präsident Barack Obama jetzt Rat bei den amerikanischen Technologie-Giganten Apple, Facebook und Google. Obama werde sich am Donnerstagabend (Ortszeit) mit Apple-Gründer Steve Jobs, Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg und Google-Chef Eric Schmidt sowie anderen Branchengrößen in San Francisco treffen, berichteten US-Medien. Das Weiße Haus in Washington bestätigte die Teilnahme des Präsidenten an der "privaten Sitzung", wollte aber auf Anfrage keine näheren Angaben über die Teilnehmerliste machen.

"Im Fokus der Diskussion stehen (die Themen) Innovation und Arbeitsplätze", sagte Regierungssprecher Jay Carney. Die teilnehmenden Manager wüssten "viel über den Arbeitsplatzaufbau im Privatsektor". Obama selbst hatte in seiner Rede an die Nation im Januar kreative Unternehmen wie Facebook und Google als Vorbilder für die Zukunft der amerikanischen Wirtschaft angeführt.

Erstaunen über Jobs' Teilnahme

Dem Treffen mit Jobs wird auch deshalb viel Beachtung geschenkt, weil der Apple-Manager sich im Januar aus gesundheitlichen Gründen für eine unbestimmte Dauer aus dem Tagesgeschäft seines Unternehmens und damit aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte. Apple-Manager Tim Cook vertritt ihn während seiner Abwesenheit. Jobs musste sich 2009 einer Lebertransplantation unterziehen, fünf Jahre zuvor war er wegen Bauchspeicheldrüsenkrebs operiert worden. Unbestätigten Gerüchten zufolge besucht Jobs derzeit regelmäßig eine Fachklinik zur Krebsbehandlung in Palo Alto.

Womöglich wird es bei dem Treffen nicht nur um Wirtschaft gehen, sondern auch auf künftige Regeln für den Umgang der Netzgiganten mit personenbezogenen Daten. Im Herbst bekam Facebook-Chef Zuckerberg eine offizielle Anfrage von Datenschutzexperten des Kongresses. Detaillierte Auskünfte über eine Reihe von Datenschutzverletzungen wurden verlangt, bei denen persönliche Informationen von Millionen Teilnehmern an Dritte gelang sein sollen.

Behörden fordern Internet-Verbraucherschutz

Seit Dezember liegen zwei umfangreiche Berichte der Aufsichtsbehörde FTC und des Handelsministeriums vor, die strengere Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher vorschlagen. Ein sogenannter Do-not-track-Mechanismus soll Web-Anbietern die Verfolgung von individuellen Datenspuren der Anwender erschweren.

Langfristig soll die US-Regierung ein Aufsichtsamt schaffen, das die kommerzielle Nutzung von persönlichen Daten überwacht - beides nicht angenehm für die Online-Werbewirtschaft. Eine solche Regelung würde Google, Apple und Facebook betreffen, denn alle drei hüten große Schatzkammern mit Nutzerdaten und verdienen Geld mit Werbung - für Apple ist dies derzeit allerdings ein noch vergleichsweise nachrangiger Geschäftszweig.

cis/dpa/dapd/Reuters



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