Netzzensur Google bestätigt E-Mail-Blockade in Iran

Iran kündigt einen staatlichen E-Mail-Dienst an und sperrt jetzt schon mal Google Mail. Der Web-Konzern spricht von einem "drastischen" Einbruch des Datenverkehrs in Iran.
Google Mail: Der Iran sperrt das Angebot aus

Google Mail: Der Iran sperrt das Angebot aus

Die Telekommunikationsbehörde in Teheran hat ankündigt, den Zugang zu Google Mail auf Dauer zu kappen. Stattdessen solle in Kürze ein einheimischer Dienst eingeführt werden, berichtet das "Wall Street Journal".

Laut Google-Sprecher Kay Oberbeck ist die Sperre offenbar schon eingerichtet: "Wir haben von Google-Mail-Nutzern in Iran gehört, dass sie Probleme beim Zugang zu ihren E-Mail Konten haben. Wir können einen drastischen Rückgang des Verkehrsaufkommens bestätigen und haben unsere eigenen Netzwerke geprüft und herausgefunden, dass sie einwandfrei funktionieren."

Wahrscheinlicher Hintergrund der Sperre: An diesem Donnerstag feiert die iranische Regierung den Jahrestag der Islamischen Revolution. Oppositionsführer haben ihre Anhänger aufgefordert, auf die Straße zu gehen und gegen die Regierung zu demonstrieren.

Da staatliche Stellen den Datenverkehr in Iran kontrollieren, wird Google nicht so leicht etwas gegen die Netzzensur ausrichten können. Firmensprecher Oberbeck: "Wann immer wir auf Blockaden unserer Services stoßen, versuchen wir diese so schnell wie möglich zu beheben, weil wir der Überzeugung sind, dass Menschen überall online frei kommunizieren können sollten. Bedauerlicherweise können wir das nicht immer kontrollieren."

lis/Reuters
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