Blackout Ausfall des Telefonnetzes - Niederländischer Notruf stundenlang nicht erreichbar

Die Niederlande hatten am Montagabend ein massives Kommunikationsproblem. Ein Netzausfall führte unter anderem dazu, dass deutlich mehr Polizisten und Krankenwagen auf den Straßen Präsenz zeigten.

Nach einem Telefonnetzausfall in den Niederlanden laufen Ermittlungen zu den Ursachen. Die Probleme begannen am Montagnachmittag mit dem Ausfall des Telefonnetzes beim Anbieter KPN, der das Mobilfunk- und das Festnetz betraf und die sich dann auf weitere Anbieter ausbreitete. Erst nach knapp vier Stunden waren die Probleme behoben.

Auch die zentrale Notrufnummer 112 und die Polizeinummer 0900-8844 für weniger dringende Anfragen waren von dem Netzausfall betroffen - Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehr waren so stundenlang nicht zu erreichen.

Justizminister Ferd Grapperhaus bestellte das Management von KPN am Dienstag zum Gespräch in sein Ministerium. Es müsse geklärt werden, wie es zu dem Blackout habe kommen können, schrieb Grapperhaus auf Twitter.

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Medienberichten zufolge sollte auch der Antiterrorkoordinator des Landes an dem Treffen teilnehmen. KPN hatte allerdings versichert, man gehe nicht von einem Hackerangriff aus. Am Dienstagnachmittag teilte das Unternehmen mit, dass ein wahrscheinlich Software-Fehler zu dem Ausfall geführt habe. Unklar ist, warum auch alle Notsysteme versagten.

Wegen der Kommunikationsprobleme wurden am Montagabend Polizisten und Krankenwagen auf die Straßen geschickt, um Präsenz zu zeigen, parallel wurden Informationen über soziale Netzwerke verbreitet. Bürger wurden auch aufgerufen, in Notfällen direkt zur Polizeiwache oder Feuerwehr zu gehen. Bei Gesundheitsproblemen sollten sie direkt selbst in ein Krankenhaus fahren. Bisher ist unbekannt, ob der Ausfall der Notrufnummer Menschenleben in Gefahr gebracht hat.

In keinem Zusammenhang mit dem Vorfall von Montag soll übrigens ein Wechsel an der Spitze bei KPN stehen: Am Dienstag gab der niederländische Konzern bekannt, dass sein Chef Maximo Ibarra zurücktritt. Ibarra werde seinen Posten Ende September aus "dringenden familiären Gründen" abgeben, hieß es. Ibarra selbst erklärte: "Ich bedauere den Zeitpunkt, aber familiäre Gründe ließen mir keine Wahl."

Hinweis: Der Artikel wurde aktualisiert, nachdem bekannt wurde, dass KPN von einem Software-Fehler ausgeht.

mbö/dpa/AFP/Reuters
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