Netzsicherheit Europäischer Rat gibt grünes Licht für Cyber-Richtlinie

Die Europäische Union bekommt wohl noch diesen Sommer eine neue IT-Sicherheits-Richtlinie: Am Dienstag hat der Europäische Rat einen Vorschlag der Europäischen Kommission angenommen.


Das erste europäische Gesetz zur Cybersicherheit ist weiter auf dem Weg: Wie es in einer Pressemitteilung heißt, hat ihm der Rat der Europäischen Union nun zugestimmt. Die neue Richtlinie zur Netzwerk- und Informationssicherheit (NIS) sieht vor, dass Internetkonzerne wie Google und Amazon schwere Hackerangriffe auf ihre Systeme melden müssen. Geben die Firmen die Vorfälle nicht weiter, drohen ihnen Strafen. In jedem Land soll es eine zentrale Stelle für NIS-Meldungen geben.

Durch die Richtlinie werde die Zusammenarbeit zwischen den EU-Mitgliedstaaten und zwischen Privatunternehmen und staatlichen Organisationen intensiviert, heißt es. Die angedachten Regeln zielen auf "Betreiber unerlässlicher Dienste", also Infrastrukturbetreiber aus den Bereichen Energie, Transport, Banken- und Gesundheitswesen. Betroffen sind aber auch Anbieter von Online-Marktplätzen, Suchmaschinen und Cloud-Diensten.

Der Richtlinie, die die EU-Kommission Anfang 2013 vorgeschlagen hatte, muss noch in zweiter Lesung vom Europäischen Parlament zugestimmt werden. Man rechnet bislang damit, dass die Richtlinie im August in Kraft treten wird. Danach bleiben den Mitgliedstaaten 21 Monate Zeit, um sie umzusetzen. Weitere sechs Monate haben sie, um die Betreiber "unerlässlicher Dienste" zu benennen.

In Deutschland wurde bereits im Sommer 2015 ein IT-Sicherheitsgesetz beschlossen. Darin wurde die seit Jahren diskutierte Meldepflicht für Unternehmen bei Sicherheitsvorfällen festgeschrieben. Die Vorfälle können dabei von den Firmen auch anonym übermittelt werden. Nur wenn der Ausfall von Systemen droht, soll der Name der Firma genannt werden. Wer sich nicht an die neuen Regeln hält, dem droht dem deutschen Gesetz zufolge eine Strafe von bis zu 100.000 Euro.

mbö



insgesamt 2 Beiträge
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dasdondel 17.05.2016
1. jede
ja wirklich jede internet-Verbindung wird ständig attackiert. Bei mir sind es so 2 bis 3 Versuche pro Sekunde. Eine Firma kann also in Zukunft das Internet etwa eine Minute pro Tag nutzen, anschließend sind 10 Mitarbeiter den Rest des Tages damit beschäftigt Vorfälle zu melden.
jj2005 18.05.2016
2. Cookies
Mich würde mal brennend interessieren, welcher Beamte zu meiner Sicherheit diese Cookiezustimmungsbestätigungsverordnung erlassen hat, die mir bei fast jeder Webseite unter die Nase gerieben wird. Ich möchte mich höchstpersönlich bei ihm bedanken.
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