Uno-Bericht Nordkorea soll Raketenprogramm mit Krypto-Raubzügen finanzieren

Immer wieder sollen nordkoreanische Hacker versucht haben, Millionenbeträge von Banken zu stehlen. Laut der Uno spielen Kims Hacker eine wichtige Rolle für die Aufrüstung des Landes.
Kim Jong-un beobachtet einen Raketentest: »Fähigkeiten zur Produktion von spaltbarem Material ausgebaut«

Kim Jong-un beobachtet einen Raketentest: »Fähigkeiten zur Produktion von spaltbarem Material ausgebaut«

Foto: KCTV / Handout / AFP

Nordkorea hat seine Raketentests in den vergangenen Wochen wieder intensiviert, allein im Januar hat das Land sieben Raketen abgefeuert. Darunter war mindestens ein Geschoss, das auch einen Atomsprengkopf tragen könnte. Die Uno betont nun laut der Nachrichtenagentur Reuters in einem neuen Bericht, das autokratische Regime finanziere den Ausbau seines Atom- und Raketenprogramms auch durch den Diebstahl von Kryptowährungen.

Immer wieder werden nordkoreanische Hacker, die im Auftrag des Staates agieren sollen, mit Cyberangriffen auf Banken oder Plattformen für Kryptowährungen in Verbindung gebracht. So soll eine Gruppierung, die laut Experten von Nordkorea aus agiert, 85 Millionen Dollar von der Zentralbank von Bangladesch gestohlen haben. In Taiwan sollen die Hacker versucht haben, 60 Millionen Dollar zu erbeuten. (Lesen Sie hier mehr über die Spurensuche nach den nordkoreanischen Hackern.)

»Auch wenn keine Atomtests oder Starts von ballistischen Interkontinentalraketen bekannt wurden, hat das Land seine Fähigkeiten zur Produktion von spaltbarem Material ausgebaut«, hieß es im Auszug eines vertraulichen Uno-Berichts, in den die Nachrichtenagentur Reuters Einblick erhielt. Die dafür nötige Infrastruktur sei instand gehalten und ausgebaut worden. Nordkorea habe sich dazu im Ausland um Material, Technik und Know-how bemüht und dabei neben Forschungskooperationen auch Cyberaktivitäten genutzt.

Hackerangriffe seien eine wichtige Erlösquelle für das international abgeschottete Land gewesen, heißt es laut Reuters in dem Bericht. So habe es im vergangenen Jahr mindestens sieben Angriffe auf Kryptowährungsplattformen gegeben, bei denen digitale Vermögensgegenstände mit einem Wert von fast 400 Millionen Dollar erbeutet worden, wird die Sicherheits- und Analysefirma Chainalysis zitiert. Einem Staat zufolge hätten nordkoreanische Hacker zwischen 2020 und Mitte 2021 mehr als 50 Millionen Dollar von mindestens drei Kryptobörsen in Nordamerika, Europa und Asien gestohlen, hieß es weiter.

Eine Stellungnahme der nordkoreanischen Vertretung bei den Vereinten Nationen lag zunächst nicht vor. Der jährliche Bericht der Uno-Sanktionsaufsicht war am Freitagabend dem zuständigen Ausschuss des Sicherheitsrats übergeben worden. Seit 2006 ist Nordkorea mit Uno-Sanktionen belegt, die das Atomwaffen- und Raketenprogramm des Landes treffen sollen.

muk/hpp/Reuters
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