Geheimdienst NSA kann eigene E-Mails nicht durchsuchen

Keine Antwort auf heikle Fragen. Der Geheimdienst NSA verweigert US-Journalisten Auskunft zur möglichen Einflussnahme auf Medienberichte. Die Begründung überrascht: Die NSA kann angeblich ihre E-Mails nicht durchsuchen.
NSA-Zentrale: Die eigenen E-Mails kann der Geheimdienst nicht durchsuchen

NSA-Zentrale: Die eigenen E-Mails kann der Geheimdienst nicht durchsuchen

Foto: ? Handout . / Reuters/ Reuters

Die NSA, das ist der US-Nachrichtendienst, der allein in Deutschland monatlich 500 Millionen Datenverbindungen überwacht . Die NSA sucht weltweit Experten zur Auswertung ihrer Daten mit Hilfe von zig speziellen Analyseprogrammen. Doch an den eigenen E-Mails scheitern die NSA-Experten. Es ist ihnen nicht möglich, die Daten nach bestimmten Kriterien zu durchsuchen. So begründet die NSA-Pressestelle ihr Schweigen auf eine Anfrage von Journalisten der US-Stiftung ProPublica.

Reporter Justin Elliott wollte Auskünfte über E-Mail-Kontakte zwischen NSA-Angestellten und Mitarbeitern des TV-Senders National Geographic Channel. Er fragte auf der Grundlage des US-Informationsfreiheits-Gesetzes bei der NSA an. Der Sender hatte zuvor eine äußert positive Dokumentation über die NSA gesendet, Elliott will die Genese dieses Beitrags recherchieren.

Elliott berichtet, nach einigen Tagen habe sich die zuständige Pressereferentin gemeldet und ihn darum gebeten, die Anfrage zu präzisieren. Man sei nicht imstande, hauseigene E-Mails generell zu durchsuchen, sondern nur jeweils nach Einzelpersonen. Die Pressereferentin habe erklärend angefügt, es gebe leider keine zentrale Methode, um E-Mails in einem bestimmten Zeitraum zu suchen. Das System sei "ein wenig antiquiert und archaisch" .

Damit falle die NSA hinter die Standards zurück, wie sie ansonsten bei großen Unternehmen üblich seien, so Elliott. Gerade im Rahmen von internen Untersuchungen oder auch strafrechtlichen Ermittlungen seien Vorgangs- und nicht allein personenbezogene Suchaktionen Standard.

Für Mark Caramanica vom Reporters Committee for Freedom of the Press ist die Angelegenheit rätselhaft. "Das ist eine Behörde, die weltweit mit der Beobachtung von Millionen Kommunikationsvorgängen beauftragt ist, und dann können sie nicht einmal ihre eigene interne Kommunikation nachverfolgen."

meu
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