NSA-Affäre Bürgerrechtler bieten Snowden-Dokumente zum Download an

US-Bürgerrechtler haben ein Online-Archiv gestartet, das angeblich alle veröffentlichten Geheimdokumente des Whistleblowers Edward Snowden bündelt - darunter aktuelle Folien, aber auch Unterlagen, die ins Jahr 1986 zurückreichen.

Schild nahe dem NSA-Gebäude: Dokument-Archiv online
AP

Schild nahe dem NSA-Gebäude: Dokument-Archiv online


Leichterer Zugriff auf Geheimdienstmaterial: Die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) will alle bisher veröffentlichten Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden gesammelt ins Netz stellen. Mehr als 200 PDF-Dateien hat die ACLU bereits auf ihren Servern hinterlegt. Die Dokumente enthalten überwiegend geheime Informationen über die ausufernde Überwachung der National Security Agency (NSA) des amerikanischen Geheimdienstes. In der Datenbank sollen laut ACLU alle Dokumente hinterlegt werden, die seit dem 5. Juni des vergangenen Jahres veröffentlicht wurden - von Medien, aber auch von der Regierung.

Im ACLU-Archiv finden sich Unterlagen, die zum Teil bis ins Jahr 1986 zurückreichen. Doch auch jüngst veröffentlichte Informationen wie Folien zur Funktionsweise des Spähprogramms Mystic sind abrufbar. Diese Dokumente seien wichtige Beweise dafür, wie die Regierung die massenhafte Überwachung innerhalb und außerhalb der USA rechtfertige, heißt es in einer ACLU-Stellungnahme. Die Bürgerrechtler hoffen, die Debatte voranzutreiben, indem sie die Dokumente leichter zugänglich und verständlich machen.

Das Archiv soll weiter ausgebaut werden

Nutzer können in der Datenbank nach bestimmten Suchbegriffen im Titel und im Text suchen. Außerdem lassen sich Kategorien auswählen und so gezielt bestimmte Dokumente anzeigen, etwa Berichte an den Kongress, Präsentationen über gesammelte Internet-Metadaten oder Dokumente, die sich mit dem geheimen Fisa-Gericht befassen. Die ACLU will die Datenbank aktuell halten und neue Dateien umgehend hochladen, sobald sie öffentlich gemacht werden.

"Eigentlich hätten die meisten Dokumente in dieser Datenbank niemals geheim sein dürfen", heißt es seitens der ACLU. Anhand der Dateien könne man sich nun selbst ein Bild von der wahren Gestalt und des Ausmaßes der Überwachung machen.

Die vom ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden angestoßenen Enthüllungen über die NSA-Überwachung hatten weltweit Empörung ausgelöst. Im Juni vergangenen Jahres hatte der "Guardian" das erste Dokument des Whistleblowers veröffentlicht. Seither sind immer wieder neue Details über die Spähprogramme der US-Regierung bekannt geworden.

jbr



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
123_werk 04.04.2014
1. Jetzt bitte auch alle Geheimdaten Russlands!
Da Herr Snowden ja recht freundlich in Russland aufgenommen wurde, könnte er sich mit der Zeit vielleicht auch alle möglichen strenggeheimen Daten der Russen zulegen und veröffentlichen. Ich wäre gespannt auf Putins Reaktion.
pascal94 04.04.2014
2. @123_werk
Nur ein Dummer sägt den Ast auf dem er sitzt... Snowden hatte Glück, dass er in Russland Asyl bekommen hat - da wird er das jetzt nicht auf das Spiel setzen. Meine Meinung
hareck 04.04.2014
3. Glauben Sie wirklich,
die Russen würden Snowden Einblick in ihre Geheimdokumente geben? Wahrscheinlich nicht. Nein, die Arbeit muss ein Russe machen.
buntesmeinung 04.04.2014
4. Ein interessanter und richtiger Schritt.
Zitat von sysopAPUS-Bürgerrechtler haben ein Online-Archiv gestartet, das angeblich alle veröffentlichten Geheimdokumente des Whistleblowers Edward Snowden bündelt - darunter aktuelle Folien, aber auch Unterlagen, die ins Jahr 1986 zurückreichen. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/nsa-skandal-aclu-veroeffentlicht-archiv-aller-snowden-dokumente-a-962593.html
Herrn Snowden, der im Interessealler Bürger, die am Schutz ihrer Daten interessiert sind, gehandelt hat, zu veralbern, ist eine völlig unangemessene Reaktion auf diesen Artikel. Meine Meinung.
tedtenhoff 04.04.2014
5. optional
Wenn "die Russen" über ein Ausspähsystem verfügen würden wie "die Amerikaner", wäre es kaum zu den Ereignissen in der Ukraine gekommen. Oder irre ich?
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