US-Geheimdienst NSA spioniert Datenkabel von Europa nach Asien aus

Die NSA nimmt die Telekommunikation zwischen Europa, Nordafrika und Asien ins Visier. Nach Informationen des SPIEGEL forscht der US-Geheimdienst ein wichtiges Unterwasserkabelsystem aus. Um an das sensible Material zu kommen, hackten Spezialisten eine Website der Betreiberfirmen.
NSA-Zentrale in Fort Meade, Maryland: Weitere Operationen geplant

NSA-Zentrale in Fort Meade, Maryland: Weitere Operationen geplant

Foto: Patrick Semansky/ AP/dpa

Der US-Geheimdienst NSA forscht eine der wichtigsten Telekommunikationsverbindungen zwischen Europa, Nordafrika und Asien aus. Der Abteilung für maßgeschneiderte Operationen ("Tailored Access Operations") des Dienstes sei es gelungen, "Informationen über das Netzwerkmanagement des Sea-Me-We-4-Unterwasserkabelsystems zu erlangen", heißt es in einem als "streng geheim" eingestuften Dokument vom 13. Februar 2013, das der SPIEGEL einsehen konnte.

Das Sea-Me-We-4-Kabelsystem verläuft vom französischen Marseille aus über Nordafrika und die Golfstaaten nach Pakistan und Indien und dann weiter bis nach Singapur, Malaysia und Thailand. Zu den Anteilseignern gehören der halbstaatliche französische Konzern Orange (früher France Télécom) und Telecom Italia.

Den internen Dokumenten zufolge hackten NSA-Spezialisten eine Website des Betreiberkonsortiums und griffen dort Unterlagen über die technische Infrastruktur von Sea-Me-We-4 ab. Die US-Spione besitzen nun nach eigenen Angaben Informationen über "bedeutsame Teile" des Netzwerks. Der Angriff war demnach aber nur ein erster Schritt: "Weitere Operationen sind für die Zukunft geplant, um zusätzliche Informationen über dieses und andere Kabelsysteme zu erlangen."

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