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Chaos in Kairo: Ausschreitungen, Schüsse, Plünderungen

Foto: Peter Macdiarmid/ Getty Images

Onlinezensur China filtert Ägypten-Kommentare aus dem Netz

Bitte keine Kommentare zum Aufstand: Einige der beliebtesten Mitmach-Plattformen in China lassen Suchanfragen zu Ägypten ins Leere laufen - Webnutzer sind auf die Berichte der Staatsmedien angewiesen.

Wer in populären chinesischen Onlinediensten Meldungen zum Begriff "Ägypten" sucht, erhält seit Samstag eine Fehlermeldung. Betroffen sind die mit Twitter vergleichbaren Mikroblog-Plattformen der Anbieter Sina und Sohu, wo Privatpersonen eigene Nachrichtenströme pflegen, Videos und Quellen einbinden können.

Die Suche nach dem Begriff "Ägypten" führte bei einem Versuch der Nachrichtenagentur Reuters zu keinen Fundstellen, während die Suche nach dem politisch stabilen Finnland zum Beispiel bei Sohu mehr als 1700 Treffer ergab. Blogger in Hongkong  und Shanghai  bestätigen diese Eingriffe.

Die Regierung in Peking zensiert die in China ansässigen Websites regelmäßig, zugleich werden die etwa 450 Millionen Internet-Nutzer im Land häufig am Besuch ausländischer Websites gehindert.

Trotz der stetigen Furcht der chinesischen Behörden vor Protesten im eigenen Land berichteten die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua und der staatliche Fernsehsender CCTV jedoch über die seit Tagen andauernden Massendemonstrationen gegen die ägyptische Führung. Dabei wurde allerdings der Schwerpunkt der Berichterstattung auf die von Demonstranten ausgehende Gewalt gesetzt, nicht auf die Ursache der Proteste gegen die Regierung. Demokratie sei mit den Bedingungen Ägyptens und Tunesiens nicht vereinbar und entsprechende Bestrebungen in Asien würden allenfalls zu "Chaos in den Straßen" führen, lautete ein Kommentar in der regierungsnahen "Global Times".

lis/AFP/dpa/Reuters
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