Perso auf dem Handy Elektronische Ausweisfunktion fürs Smartphone soll kommen

Die Bundesregierung will es ermöglichen, dass sich Bürger online nur mithilfe ihres Smartphones ausweisen können. Allzu schnell dürfte dieser Ansatz aber nicht im Alltag kommen.
Der Personalausweis auf dem Handy? Nicht auf jedem Gerät wird das möglich sein

Der Personalausweis auf dem Handy? Nicht auf jedem Gerät wird das möglich sein

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Die Menschen in Deutschland sollen sich künftig mit dem Smartphone gegenüber Behörden ausweisen können. So könnten zum Beispiel Autos bequem per Handy zugelassen werden, erläuterte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch, nachdem das Kabinett einen entsprechenden Gesetzentwurf des Bundesinnenministeriums beschlossen hatte. Der Bundestag muss noch zustimmen.

Schon heute gibt es Personalausweise, eID-Karten für EU-Bürger oder elektronische Aufenthaltstitel mit Chipkarten, die man für die Nutzung von Onlineverwaltungsleistungen einsetzen kann. Dazu braucht es allerdings neben dem Ausweis und einer Geheimnummer (Pin) entweder ein Kartenlesegerät oder bestimmte Smartphones und Apps. Doch auch die Smartphone-Lösungen setzen bislang voraus, dass der Ausweis in physischer Form vorliegt.

Künftig sollen Nutzer ihre persönlichen Informationen direkt auf dem Smartphone oder Tablet speichern können. Zur Identifizierung benötigen sie dann zusätzlich nur noch ihre Pin. Dazu müsse aber ein gewisser Sicherheitsstandard erfüllt sein, heißt es in dem Entwurf. Die neue Funktion, für die sich sicherlich auch Cyberkriminelle mit dem Schwerpunkt Identitätsdiebstahl interessieren werden, dürfte deshalb zu Beginn nur auf wenigen mobilen Geräten überhaupt nutzbar sein .

Das Projekt könnte teuer werden

Derzeit sind etwa 44 Millionen Personalausweise, eID-Karten und elektronische Aufenthaltstitel mit einer aktivierten Funktion für einen elektronischen Identitätsnachweis im Umlauf, wie das Ministerium in der Begründung zum Gesetzentwurf schreibt.

Diese Zahl wird sich weiter erhöhen, da Personalausweise seit 2017 standardmäßig mit einer eingeschalteten Onlinefunktion ausgegeben werden. Die tatsächliche Nutzung der Onlineausweisfunktion mit dem Personalausweis jedoch ist in den vergangenen Jahren hinter den Erwartungen der Politik zurückgeblieben.

Der Twitteraccount der sogenannten AusweisApp2, einer Software für die Onlineausweisfunktion, schrieb am Mittwoch , der neue Gesetzentwurf ermögliche es, dass man künftig nicht mehr bei jeder Identifizierung den Ausweis auslesen müsse: »Das soll die Nutzerfreundlichkeit weiter verbessern.«

Ein Artikel von »Heise Online« legte derweil schon Montag nahe , dass das Projekt, den Personalausweis aufs Smartphone zu bringen, sehr teuer werden könnte.

mbö/dpa