Predictive Policing Polizei will Straftaten per Software vorhersagen

In Städten wie München und Berlin sollen künftig Computerprogramme auf Straftaten hinweisen, bevor sie geschehen. Nach Informationen des SPIEGEL setzen sechs Bundesländer auf die Datenauswertung.
Kriminaldirektor Karl Geyer im Polizeipräsidium in Nürnberg (Archivbild): Die Software kann Einbrüche vorhersagen

Kriminaldirektor Karl Geyer im Polizeipräsidium in Nürnberg (Archivbild): Die Software kann Einbrüche vorhersagen

Foto: Daniel Karmann/ dpa

Die deutschen Sicherheitsbehörden werden künftig verstärkt computergenerierte Prognosen nutzen, um Verbrecher zu bekämpfen. Sechs Bundesländer treffen Vorbereitungen dafür, die Polizei mit sogenannter Predictive-Policing -Software auszurüsten.

Neben Bayern bereiten nach SPIEGEL-Informationen Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Brandenburg und Berlin den Einsatz solcher Vorhersageprogramme vor. In Bayern wird derzeit das ausschließlich auf Polizeidaten basierende "Precobs"-System getestet. Die anderen Bundesländer wollen für die Vorhersage von Straftaten auch weitere Datenbanken nutzen, mit Informationen etwa über die Kaufkraft in bestimmten Gegenden. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Datenschützer zeigen sich besorgt: Schon die "anscheinend harmlosen Daten", die für Precobs genutzt würden, könnten "zu einer Stigmatisierung von Menschen führen", sagt die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff. Wer an einem vermeintlichen Kriminalitätsschwerpunkt lebe oder sich zufällig dort aufhalte, könnte unbegründet ins Raster der Polizei geraten.

jös/wow
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