Kalifornien Betreiber von Racheporno-Seite drohen 20 Jahre Haft

Auf einer Webseite konnten gekränkte Verlassene Nacktbilder ihrer Ex-Partner einstellen, nur gegen Bezahlung wurden sie wieder gelöscht. Der Betreiber der Seite wurde nun schuldig gesprochen.

Foto auf dem Smartphone (Symbolbild): Wer sein Bild löschen lassen wollte, musste zahlen
DPA

Foto auf dem Smartphone (Symbolbild): Wer sein Bild löschen lassen wollte, musste zahlen


Der Betreiber einer sogenannten Racheporno-Webseite ist von einem Gericht in Kalifornien schuldig gesprochen worden. Auf der Seite konnten Nutzer Nacktbilder ihrer Ex-Partner einstellen. Wer sein Bild vom Pranger löschen lassen wollte, musste Geld zahlen.

Der 28-jährige Kevin B. hatte die Seite mit dem Namen Ugotposted.com betrieben und laut Anklage zwischen 2012 und 2013 die Veröffentlichung von mehr als 10.000 Bildern zugelassen, überwiegend Aufnahmen von Frauen. Außer den Fotos konnten die anonymen Einsender Namen, Wohnorte und weitere Informationen über die Personen einstellen, zum Beispiel Links zu deren Facebook-Profilen.

Parallel zum Nacktpranger betrieb B. eine weitere Seite namens Changemyreputation.com. Über diese Plattform konnten die Opfer die unerlaubt eingesandten Nacktfotos von sich löschen lassen - gegen Zahlung von bis zu 350 Dollar. Laut Staatsanwaltschaft soll B. mit diesem Geschäftsmodell Zehntausende Dollar eingenommen haben.

Vor Gericht sagten mehrere Geschädigte aus. Sie berichteten, dass sie nach der Veröffentlichung per E-Mail und über Facebook von Fremden angeschrieben, belästigt und beleidigt wurden. "Das hat mein Leben ruiniert", sagte eine Zeugin, "ich habe meine Familie verloren. Sie finden, dass ich ihnen Schande gemacht habe. Mein Ruf ist zerstört."

Es ist das erste Urteil gegen einen Betreiber einer sogenannten Racheporno-Webseite; allerdings war bereits vor zwei Monaten ein Mann aus Los Angeles zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, weil er ein Oben-ohne-Foto seiner Ex-Freundin ins Netz gestellt hatte und damit gegen das neue Racheporno-Gesetz in Kalifornien verstoßen hatte.

B. wurde nicht nach diesem neuen Gesetz verurteilt, sondern wegen Identitätsdiebstahl und Erpressung in mehreren Fällen. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft; die Höhe der Strafe wird im April bekannt gegeben.

Seine Anwältin Emily Rose-Weber hatte vor Gericht argumentiert: Zwar habe ihr Mandant auf unmoralische Weise Geld verdient, aber nicht gegen das Gesetz verstoßen, indem er anderen erlaubt hatte, die Bilder zu veröffentlichen. "Es ist ekelhaft, es ist anstößig - aber nicht illegal", sagte sie.

juh/AP



insgesamt 29 Beiträge
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Seite 1
fatherted98 03.02.2015
1. hmmm....
...trau schau wem...wer sich nackig fotografieren läßt, weiß ja meist davon..deshalb auch die Posen...da sollte man sich genau überlegen von wem und warum überhaupt....
tobiash 03.02.2015
2. Seltsam!
Was soll den so schlimm daran sein. Ich denke mal, es gibt meistens einen Grund für die Rache, insofern wird es doch wohl legitim sein.
thelix 03.02.2015
3.
Zitat von tobiashWas soll den so schlimm daran sein. Ich denke mal, es gibt meistens einen Grund für die Rache, insofern wird es doch wohl legitim sein.
Sie fänden's also legitim, die Nacktbilder Ihrer Freundin hochzuladen, nachdem sie sich von Ihnen getrennt hat? Denken Sie lieber mal über die beiden Wörter "Rache" und "legitim" nach...
Cleverslinger 03.02.2015
4. oh man
Zitat von tobiashWas soll den so schlimm daran sein. Ich denke mal, es gibt meistens einen Grund für die Rache, insofern wird es doch wohl legitim sein.
Wahrscheinlich war der Grund, dass sie ihn verlassen hat. Und das Wahrscheinlich weil er ein A***loch war, denn nur ein A***loch stellt Nacktbilder andere ins Netz.
Holztransistor 03.02.2015
5.
Zitat von tobiashWas soll den so schlimm daran sein. Ich denke mal, es gibt meistens einen Grund für die Rache, insofern wird es doch wohl legitim sein.
Trollpost? Wenn Fotos privat gemacht wurden, dann müssen sie auch privat bleiben. Egal wie schäbig sich der Ex-Partner möglicherweise verhalten hat - als Rache die Bilder zu posten heißt, dass man sich auf die selbe Stufe stellt. Oft ist es aber ein gekränktes Ego und auch Neid, dass der ehemalige Partner bereits wieder jemand anders gefunden hat und vielleicht sogar ein besseres Leben führt. Verlustgefühle verleiten zu irrationalem Verhalten.
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