Fernsehbericht SAP arbeitet mit der NSA zusammen

Laut einem Fernsehbericht bestehen zwischen dem deutschen Softwareunternehmen SAP und dem amerikanischen Geheimdienst Geschäftsbeziehungen. Die Verbindung läuft demnach über eine Tochterfirma, die US-Sicherheitsgesetzen unterliegt.
Softwarekonzern SAP in Walldorf: "Fakt" thematisiert Kooperation mit der NSA

Softwarekonzern SAP in Walldorf: "Fakt" thematisiert Kooperation mit der NSA

Foto: Ronald Wittek/ picture alliance / dpa

Das deutsche Softwareunternehmen SAP arbeitet in den USA mit dem amerikanischen Geheimdienst NSA zusammen. Das haben Recherchen des MDR-Fernsehmagazins "Fakt " ergeben.

Der US-Geheimdienst ist wegen der großen Datenmengen aus der Massenüberwachung darauf angewiesen, dass ausgeklügelte Systeme die Daten auswerten und lesbar machen. SAP verfügt mit Hana über eine Technologie, die laut dem Beitrag die derzeit wohl schnellste Datenverarbeitung bietet. Auch der deutsche Auslandsgeheimdienst soll an der Hana-Software interessiert sein .

Um das System für die Massenüberwachung nutzbar zu machen, habe SAP von 2007 an amerikanische Firmen mit entsprechendem Know-how hinzugekauft oder Verträge mit ihnen geschlossen, schreibt der Macher des Fernsehbeitrags, Christian Bergmann, bei "Zeit Online" .

Zu den amerikanischen Firmen, für die die NSA ein wichtiger Kunde und SAP Geschäftspartner beziehungsweise Mutterkonzern ist, zählen laut "Fakt" der Datenbankhersteller Sybase, die Dienstleister Palantir und Attensity sowie der Suchtechnikentwickler Inxight. Die Unternehmen sind mit SAP über die dafür gegründete amerikanische Tochterfirma SAP National Security Services (NS2) verbunden. NS2 soll als amerikanisches Unternehmen US-Sicherheitsgesetzen unterliegen.

Zu konkreten Fragen des Magazins "Fakt" zum Firmen-Beziehungsgeflecht äußerte sich SAP nicht. Auf eine SPIEGEL-ONLINE-Anfrage hin bestätigte das Unternehmen, eine spezielle Tochtergesellschaft gegründet zu haben, "um die speziellen Sicherheitsanforderungen bestimmter Kunden entsprechen zu können".

Weiter heißt es: "Einige Kunden in der öffentlichen Verwaltung, speziell in den Bereichen innere und äußere Sicherheit, stellen besondere Anforderungen an IT-Anbieter, was die Speicherung und Verwaltung der Daten angeht." SAP respektiere den Wunsch der Kunden und veröffentliche daher keine Kundeninformationen.

Der Fakt-Beitrag ist am Dienstag, 10. März, um 21.45 Uhr in der ARD zu sehen.

kbl
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