Grenzen der Debatte Meinungsfreiheit als Deckmantel für Hetze und Hass

Der Begriff der Meinungsfreiheit werde oft missbraucht, schrieb Sascha Lobo in seiner Kolumne. Vielen Menschen sei nicht bewusst, welche Folgen ein Shitstorm haben kann. Im Podcast greift er Leserreaktionen auf.


Kommunikation im Netz: Der tägliche Meinungsfreiheitskampf

In seiner jüngsten Kolumne "Der tägliche Meinungsfreiheitskampf" zeigt Sascha Lobo auf, warum die aktuelle Debatte über Meinungsfreiheit und deren Grenzen seiner Einschätzung nach in die falsche Richtung läuft. Denn die Meinungsfreiheit sei in Deutschland weder akut bedroht noch absolut sicher, sondern Gegenstand eines ständigen Aushandlungsprozesses, argumentiert Lobo.

Dabei würden jedoch immer wieder unterschiedliche Aspekte der Meinungsfreiheit, wie juristische Definition, Alltagspraxis und das Gefühl der Meinungsfreiheit, "munter vermischt, um die eigenen Thesen möglichst plausibel erscheinen zu lassen", kritisiert er. Zudem müsse Meinungsfreiheit oft als Deckmantel für Hass und Hetze herhalten.

Auch die Empfehlung, jeder, der eine Meinung äußere, müsse Konsequenzen, wie eben einen Shitstorm, aushalten, sei blind für unterschiedliche gesellschaftliche Realitäten. "Für Frauen, nicht weiße, jüdische oder muslimische Menschen, für geschlechtliche oder sexuelle Minderheiten, für Menschen mit Behinderungen, geringer Bildung und sozialem Status oder solche außerhalb einer visuellen Norm stellt ein Shitstorm eine andere Bedrohungslage dar als etwa für einen gutsituierten, mittelalten, weißen, konservativen Rechtsanwalt, dessen Leben weitgehend offline stattfindet", so Sascha Lobo. Im Podcast reagiert er auf Leserkommentare zu seiner Kolumne.

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insgesamt 54 Beiträge
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ludwig14041950 10.11.2019
1. Meinungsfreiheit???
Meint H.Lobo seine Meinungsfreiheit oder die von Links oder rechts. Meinungsfreiheit muss man aushalten können. Leider ist das nicht mehr so.
8erberg 10.11.2019
2. Meinungsfreiheit ist kein Feigenblatt
Andere Meinungen muss man aushalten können, aber Geschichtsklitterung, Hetze oder Drohungen sind keine Meinung.
alt-nassauer 10.11.2019
3. Oft differenziert man auch nicht mehr!
Einige können Kritik und Hass bzw. Wut nicht mehr trennen. Kritik gegen Personen, setzt man gleich mit Hass oder auch gleichbedeutend als "Ignoranten". Im schlimmsten Fall deklariert man zu einem Leugner oder gar "Weltverschwörer". Dies Art der gegen Kritik das man so ist, empfinde ich seit diesem Jahr ganz besonders schlimm! Es mangelt immer weniger an Kritikfähigkeit und eine andere Meinung zu zulassen. Natürlich sind gerade im Internet (Anonymität) oft eine Gratwanderung. Natürlich sind "Schläge" verbal unter der Gürtellinie nicht zu akzeptieren. Aber wer legt die Grenze fest und wie viele "finden" solche Grenzen die man setzt dann zu einfach. Echt schwierig... Das war vor wenigen Jahren nicht so schwierig... Vielleicht der Gesellschaft insgesamt geschuldet. Wenn selbst in der nicht virtuellen Welt, einem ähnliches passiert oder fast genauso.
rainalddassel 10.11.2019
4. Meinungsfreiheit ist wirklich Freiheit
Die Diskussion bitte nicht zum politischen Diskurs missbrauchen pro oder Contra AfD. Menschen sollten sich nicht moralisch überhöhen. Sind wir so klar darüber, was Menschen aus Afrika oder Asien in ihrer Heimat getan haben? Sind wir berechtigt unsere Mitbürger die diese Zuwanderer in Europa ablehnen leich als Rassisten bezeichnen. Leider wurde nicht über die Zukunft der türkischen Gastarbeiter in den 70er Jahren offen diskutiert. Und da wundern wir uns über negative Reaktionen. Freiheit ist auch die Freiheit der Andersdenkenden. Wir müssen miteinander reden und zuhören und nicht gleich kritisieren oder gar schlagen. Kein Links oder Rechtsradikalismus.
Boing! 10.11.2019
5. Es ist nicht das "eine meinung"haben,...
...was die Unruhe stiftet. Es ist das "Rechthaben-Wollen" mit der eigenen Meinung, was dazu führt, dass die Menschen aufeinander losgehen.
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