"Mohammed"-Tweet Twitter sperrte zwischenzeitlich Account von SPD-Politikerin Chebli

Twitter hatte am Sonntag vorläufig den Account der SPD-Politikerin Sawsan Chebli gesperrt - wegen einer Nachricht über den Namen Mohammed. Offenbar stecken neue interne Richtlinien dahinter.

Sawsan Chebli
Christoph Soeder/ picture alliance/ dpa

Sawsan Chebli


Der Twitteraccount der Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli ist am Sonntag zwischenzeitlich gesperrt gewesen. Eine Veröffentlichung von ihr, in der es um den Vornamen Mohammed ging, wurde als Verstoß gegen die Regeln der Internetplattform gewertet. Das geht aus einem Screenshot hervor, der auch dem SPIEGEL vorliegt.

Das Unternehmen schrieb an die SPD-Politikerin: "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass dieser Tweet gegen die Twitterregeln verstößt, insbesondere: Verstoß gegen unsere Regeln zum Veröffentlichen von irreführenden Informationen zu Wahlen."

Chebli hatte demnach in einem Tweet Familienmitglieder mit dem Vornamen Mohammed aufgezählt und dazu geschrieben: "Wir werden schon dafür sorgen, dass dieser Name nie verschwindet!" Hintergrund ist eine jüngst veröffentlichte Statistik, wonach Mohammed im vergangenen Jahr der beliebteste Erstname für Babys in Berlin war. Chebli hatte ihre Twitternachricht an die AfD gerichtet. Das Twitterprofil der Politikerin war am Sonntag auch während der Sperrung sichtbar gewesen.

Am späten Nachmittag wurde die Sperrung offenbar wieder aufgehoben und Chebli meldete sich auf Twitter zurück.

Zur Sperrung ihres Accounts sagte Chebli: "Immer wieder lege ich, so wie viele andere bei Twitter, Beschwerde gegen Tweets ein, die rassistisch, hetzerisch und persönlich bedrohlich sind für mich und für andere. Es passiert nichts. Mein Tweet verstößt gegen nichts." Eine Plattform müsse dafür sorgen, dass sich Menschen sicher fühlen könnten.

Sie sehe Twitter als wichtiges Werkzeug der Information, sagte Chebli. "Soziale Medien haben für einen immer größer werdenden Teil von Menschen eine große informationsbildende Wirkung, und dieser Tatsache muss eine Plattform Rechnung tragen."

Chebli war offenbar nicht allein betroffen, meldet der Branchendienst "Golem": Twitter habe neue interne Vorgaben eingeführt, um gegen Manipulationen bei Wahlen vorzugehen. Laut der "Richtlinie zur Integrität von Wahlen" können Nutzer nun Tweets melden, die "irreführend in Bezug auf Wahlen" seien. Daraufhin seien jetzt mehrere Nutzer auch aufgrund älterer Tweets gesperrt worden.

Anmerkung der Redaktion: Die Meldung wurde aktualisiert nachdem Sawsan Chebli sich auf Twitter zurückgemeldet hat.

cpa/flo/yes/dpa

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